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   Europa
 

Frankreich

Ein Staat im westlichen Europa. Die moderne politische Gliederung der zentralistisch auf die Hauptstadt Paris ausgerichteten Republik in 22 Regionen und 96 Départments ist neuzeitlich und wurde nach der Französischen Revolution 1789 eingeführt, um nach der Abschaffung der Monarchie die alten, an den gestürzten Adel erinnernden Landschaftsnamen abzulösen und zugleich eine Reform der Staatsverwaltung durchzuführen.

Frankreich entwickelte sich aus dem westfränkischen Reich, welches durch die endgültige Dreiteilung des Frankenreiches 888 entstanden war. Die ersten Könige dieses Reichsteils waren die Söhne Ludwigs des Frommen, einem Sohn des Kaisers Karl der Große, die 843 im Vertrag von Verdun eine erste Reichsteilung vornahmen, angefangen mit Karl dem Kahlen, dem Ahn der französischen Karolinger, die bis zum Erlöschen des Hauses 987 herrschten. Von den Karolingern ging die Herrschaft auf die Kapetinger über, deren Nebenlinien (Valois, Bourbon, Orléans) mit Unterbrechungen bis 1848 die französischen Könige stellten.

Mit dem durch den Ärmelkanal von Frankreich getrennten England hatte Frankreich häufig Auseinandersetzungen. Von 1154 war ganz Westfrankreich von Engländern besetzt. Während des 13. Jahrhunderts entwickelte sich Frankreich allmählich zu einem Einheitsstaat. Den Kapetingern, die wie weiland die ausgestorben waren, folgte in der Königsherrschaft das Haus Vilois (1328-1589). Da aber Eduard III. von England Anspruch auf den Thron erhob, begann er 1338 die später als Hundertjähriger Krieg bekannte Auseinandersetzung, die mit einigen Unterbrechungen erst 1453 endete. Die Engländer konnten aus Frankreich vertrieben werden, woran die französische Nationalheldin Jeanne d’Arc (Johanna von Orleans) erheblichen Anteil hatte. König Karl VII. konnte dadurch den Nationalstaat ebenso stärken wie die Stellung seines Königsthrons.

Zu schweren inneren Beben führten die im 16. ausgetragenen Hugenottenkriege, doch letztlich ging das Königtum aus dieser Auseinandersetzung gestärkt hervor, wenngleich der Religionskonflikt noch lange schwelte.

1589 wurden die Kapetinger von den Bourbonen abgelöst, welche entschlossen zu absoluter Macht strebten. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus in Frankreich mit Ludwig XIV., wobei die Kardinäle Richelieu und Mazarin entscheidenden Anteil an der Entfaltung dieser Machtfülle hatten.

Nach ihm begann die Macht der Bourbonen zu bröckeln. Die Beteiligungen am Österreichischen Erbfolgekrieg und am Siebenjährigen Krieg hatten die französischen Staatsfinanzen überansprucht, was im Verein mit den Gedanken der Aufklärung zu einem gesellschaftlichen Klima führte, das sich in der Französischen Revolution von 1789 entlud.

-- weiterer Artikel in Vorbereitung --

 

Landschaften und Orte

Languedoc, Orléans, Tarascon, Toulouse