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   Ägyptische Mythologie
 

Anubis

Ein schakal- oder hundeköpfiger Totengott. Dargestellt wird er häufig als auf einer Truhe lagernder schwarzer Hund (Schakal) oder als Mensch mit Hunde- (Schakal-) Kopf. Oft hält er das Lebenszeichen Ankh. Anubis galt in früher Zeit als eines der vier Kinder des Re, später als Sohn des Osiris und dessen Schwester Nephthys, deren Gatte er ist.

Anubis begleitet als Seelenführer die Toten in die Unterwelt. Als „Herr der Gotteshalle” überwacht er die rituelle Vorbereitung der Leiche durch Mumifizierung und nimmt beim Totengericht als „Herzenszähler” die Abwägung der Herz-Seele auf der Waage der Maat vor. Als „Herr der Höhlenöffnung” beschützt er das Totenreich.

Im Osirismythos sammelt Anubis die Teile des Osiris ein, den Seth zerrissen und in alle Welt verstreut hatte. Die Teile bringt Anubis zur Gattin des Osiris, der Isis. Die kann dem Gatten kraft ihrer Liebe neues Leben einhhauchen, nachdem Anubis ihn mit Tüchern umwickelt hatte und so die erste Mumie schuf.

Die zerrissene, verstreute und wiedervereint zu neuem Leben erweckte Gottheit ist ein verbreitetes Motiv verschiedener Mythologien. So wurde etwa der griechische Zagreus von den Titanen zerrissen und als Dionysos wiedergeboren.

Kultische Verehrung fand Anubis besonders als „Großer Hund” in Lykopolis (Wolfsstadt) und Kynopolis (Hundestadt). Plutarch berichtet von der Verehrung des Hundes im alten Ägypten.
Am 22. 1. des ägyptischen Jahres war sein Fest.

Später wird Anubis als Totengeleiter dem griechischen Boten Hermes gleichgesetzt.