| Ägypten - Schauplätze | ||
(gr. Alexandreia, arab. al-Iskandariyah) Der Makedone Alexander der Große begründete während seiner Feldzüge viele Städte, die nach ihm Alexandria benannt wurden. Die berühmteste von ihnen ist sicher das Alexandria im westlichen Nildelta. Diese Stadt soll Alexander bei seiner Eroberung Ägyptens im Jahre 331 v. Chr. gegründet haben. Es wurde für bald 300 Jahre zum führenden Handels- und Kulturzentrum jener Region. Wichtige Einrichtungen waren die Bibliothek, der Leuchtturm und das Museum.
Einigermaßen burschikos muten dem modernen Menschen die Methoden an, mit denen zu Alexandria die BGibliotheksbestände aufgefüllt worden seien: Pharao Ptolemaios I. (Regierung 305 bis 282 v. Chr.) soll alle Schiffe in den Häfen von Alexandria nach Büchern durchsuchen lassen haben. War eines dabei, das noch nicht in der Bibliothek von Alexandria vorhanden war, wurde es beschlagnahmt zurückgegeben, nachdem es abgeschrieben worden war.
Im 3. Jh. v. in Alexandria gebürtig war der Gelehrte Apollonios, der etwa ab 260 v. die Bibliothek leitete.
Im 1. Jh. v. Chr. wirkte hier der Gelehrte Diodorus.
Hier in Alexandrien endeten Antonius und Kleopatra durch Selbstmord, nachdem ihr Heer in der Schlacht bei Aktium (31 v.) von den Truppen des Augustus vernichtet geschlagen worden war.
Von Alexandria sollen Kenner der Alchemie nach den britischen Inseln und Irland gekommen sein. Daraus erkläre sich, daß auch der keltische Zauberer Merlin ein Alchemist gewesen sei (GEBELEIN, 144).
67 n. soll der Evangelist Markus in Alexandria das Martyrium erlitten haben.
Um 100 n. Chr. soll in Alexandrien ein Priester namens Hermon gelebt haben, welcher der historische Hermes Trismegistos gewesen sein soll (BIEDERMANN, 202).
Während der ersten beiden Jahrhunderte blühten in Alexandria und andernorts gnostisch-dualistische Lehren, (BAIGENT u. LEIGH, 22), die aus alten zoroastrischem Gedankengut hervorgegangen sein sollen (ebd., 22).
Um 230 n. berechnete hier Eratosthenes, der Leiter der Bibliothek, erstmals den Erdumfang und kam zu einem recht genauen Ergebnis.
Im 3. Jh. n. verfaßte in Alexandrien ein unbekannter Autor den Physiologus, ein für die mittelalterliche Naturkunde unerhört einflußreiches Werk.
Etwa 294 soll in Alexandria die hl. Apollonia das Martyrium erlitten haben.
Vermutlich im 3 oder im 5. Jh. stellte Hesychios hier sein Lexikon der griechischen Sprache zusammen.
In Alexandria wirkte im 4. Jh. der Alchemist Zosimos, auf den einige der ältesten alchmestischen Texte zurückgeführt werden, die sich im Mittelalter höchster Wertschätzung erfreuten (BIEDERMANN, 478).
415 wurde in Alexandria die Philosophin Hypatia von einem christlichen Mob gelyncht.