| Ägypter - Schauplätze | ||
Eine Stadt im Nildelta, deren Ausgrabung aufgrund der Aufschüttungen des Nilstroms schwierig ist.
In Sais soll der mythische Stammvater aller Ägypter, Misor, den ersten Tempel errichtet haben. Misor soll der Enkel eines Priesters gewesen sein, der vor König Chronos aus dem sagenhaften Atlantis geflohen sei (MUCK, 67). Diese Nachrichten hatte der griechische Philosoph Platon von Solon, der sie in Saïs von ägyptischen Priestern erhalten hatte.
Als Ahmose (griech. Amasis), der libysche Heerführer in Diensten des Pharao Wahab-Re, sich zur Herrschaft über Ägypten aufgeschwungen hatte, führte er in der Hauptstadt Saïs den Kult der libyschen Fruchtbarkeitsgöttin Nêret (ägypt. Neit) ein, eine Gottheit der alten Berber.
Das verschleierte Bild der Neit war Mittelpunkt ekstatischer Mysterienkulte, die Neit Schutzgöttin von Saïs. Schon in der Antike wurde diese Göttin mit der Isis für einerlei gehalten.
Amasis kann damit nach Echnaton als zweiter Rebell in Ägyptens Religionsgeschichte gelten.
In Sais soll jene Hieroglyphenschrift zu lesen gewesen sein, die der griechische Gesetzgeber Solon (~640-594/593 v.) bei einem Besuch kennenlernte und die in Platons Dialogen Bericht von Atlantis gibt.