Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Ägyptische Mythologie
 

Götterneunheit

(Enneaden) Die alten Ägypter kannten für die kosmischen wie menschlich-existenziellen Phänomene eine sich über vier Generationen erstreckende Götterneunheit, die in On (griech. Heliopolis) zusammengefaßt wurde.

Urvater dieser Neunheit ist der Atum, der sich selbst erschaffen hat, als er der Urflut Nun entstieg. Nach der Überlieferung von On erhob sich dieser Atum als Hügel aus den Urgewässern und brachte die Elemente Schu (Luft) und Tefnut (Feuchtigkeit) hervor.

Die Kinder sind die Zwillinge Schu und Tefnut, der mit der Feder geschmückte Äther, Sonnenstrahl oder Luftgott und die löwenhäuptige Feuchtigkeitsgöttin. Dieses erste Götterpaar zeugte Geb (Qeb), der Erdgott mit der Gans auf dem Haupt und die Himmelsgöttin Nut, die auf dem Haupt den Wasserkrug trägt.

Diese ersten beiden Paare erinnern an die vier Elemente (wenn man den Schu als Feuer nimmt, Tefnut als Wasser, Geb als Erde und Nut als Luft), aus denen die stoffliche Welt zusammengesetzt sein soll.

Von Geb und Nut stammen Osiris, das Wesen des befruchtenden Wassers und Isis, die Göttin des Königsthrons, die den Keim des gatten aufnimmt und zur Reife bringt, außerdem der Wüstengott Seth, der Hitze, Finsternis und Sturm beherrscht, Nephthys, die Göttin des Hauses, die die äüßersten Ränder des Weltgebäudes säumt, kenntlich an ihrer Hieroglyphe auf ihrem Kopf. Von Isis und Osiris stammt der sperberköpfige Horus, der neues Leben verleiht und die Jugendfrische darstellt und damit auf den ewigen Kreislauf des Lebens weist.

Sind in der Götterachtheit die Anfänge dargestellt, so findet sich in der Götterneunheit die Gestalt des Gewordenen oder der Leib des unerforschten Gottes.