| Ägyptische Mythologie | ||
(Haus des Horus, griech. Athy) Eine Mutter-, Welt- und Himmelsgöttin, die sich in der Urzeit selbst erschuf und Mutter der Götter und Göttinnen ist. Sie ist auch Liebesgöttin und Herrin der Freude, des Tanzes und der Musik und gilt als Schöpferin der Mädchen und trägt Sorge für Mutter und Kind. Hathor ist als Baumgöttin Herrin der Dattelpalme und Herrin der südlichen Sykomore, zudem ist sie als Totengöttin Schutzherrin der Westseite Thebens.
Erst galt sie als Mutter und Gemahlin des Horus, später Mutter und Tochter des Re. Hathor ist überdies Personifikation des Königspalastes, welcher seinerseits als Mutter des Königs galt.
Dargestellt wird Hathor kuhköpfig, mit Schleier und Sonnenscheibe, Ankh und Rassel (Sistrum). Der dritte Monat des ägyptischen Kalenders hieß nach ihr Athyr, ihr Fest war am 19. 2. des ägyptischen Jahres. Die Kuhgestalt der Hathor geht auf die Vorstellung zurück, daß Hathor sich anfangs aus dem Urgewässer erhob, den Himmel dachte man als große Kuh.
Hathor wurde als das Auge des Re angesehen. Einmal erhoben sich die Menschen gegen Re, doch sandte Re gegen sie das Göttliche Auge, das sengend über die Umstürzler hinwegfuhr, die Gestalt von Hathor an und als Löwin Sachmet (o. Sakhmis, die Mächtige) furchtbar unter diesen wütete. Das genügte Re und er tränkte die Erde mit Bier, gemischt mit dem Saft des Grantapfels, wovon Sachmet trunken wurde, sich in ihre Gestalt als Hathor zurückverwandelte und das Strafgericht ein Ende fand. An diesen Schrecken erinnerte das alljährlich an ihrem Tag begangene Fest, bei dem Bier und Granatapfelsaft getrunken getrunken wurden.
Alljährlich soll Hathor ihren Haupttempel in Dendera verlassen und von dort aus in Edfu ihren Gatten Horus besuchen. Im Eingang des Tempelbezirks (Mammisi, Geburtshaus) gebar sie darauf das göttliche Kind.
Als Göttin der Toten soll Hathor die in der Unterwelt ankommenden mit Erfrischungen vom Platanenbaum erquickt haben, sie selbst soll Gestalt einer Platane angenommen haben. Königliche Särge stellte man darum aus dem Holz dieses Baumes her, dachte man doch, ihr Tod sei so nichts als eine Rückkehr in den Schoß der Mutter.
Die Griechen setzten Hathor der Aphrodite gleich, in Ägypten verschmolz ihre Gestalt mit der Nut zur Hathor-Nut oder Nut-Hathor.
Quellen: Im Wesentl. n. H. J. BELLINGER, Knaurs Lexikon der Mythologie, 177 und R. STORM, Enzyklopädie der östlichen Mythologie, 38
Eine große Kuh der Urzeit kennt auch die nordische Mythologie. Hier ist es die Audhumbla, welche mit ihrer Milch die ersten Wesen säugte.
Der Name Hathors war in den ersten Dynastien Bestandteil der ägyptischen Königsnamen ein Hinweis auf ein archaisches matrilineares Königinnentum (WALKER, 348).
Manche Quellen sollen von einer siebenfachen Hathor berichten, wobei sieben Hebammen den dien sieben himmlischen Sphären zugeordnet seien (ebd.).
Im 11. Jh. v. soll man Hathor auch in der Stadt Hazor verehrt haben, jener kanaanitischen Stadt, die samt ihren Einwohnern dem Feldzug Joshuas zum Opfer gefallen sein soll (JOSHUA, 11, 13 u. 21). In diesem Gebiet soll die Göttin noch früher (1500 v.) mit der Astarte von Byblos gleichgesetzt gewesen sein (ebd.).
Das Gesetz der Hathor soll in den Karten des Tarot überliefert sein. Aus den im Wort Tarot enthaltenen Buchstaben formte der Okkultist P. F. CASE den Satz ROTA TARO ORAT TORA ATOR, Das Rad des Tarot verkündet das Gesetz der Athor (Athor = Hathor, hier zit. n. SHAKTI MORGANE, 8).
Im Tempel der Hathor zu Dendera fand man Bildinschriften, die Menschen mit merkwürdigen Gegennständen zeigen, die verblüffend der üblichen Glühbirne ähneln, allerdings erheblich ungeschlachter sind. Weil man in Mesopotamien Artefakte fand, die auf frühzeitliche alvanische Elemente hindeuten nehmen Autoren wie v. DÄNIKEN oder BERLITZ an, die Alten hätten bereits den elektrischen Strom gekannt undhätten diese zur Beleuchtung der oft finsteren unterirdischen Tempelanlagen und Pyramiden genutzt.