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 Ägyptische Mythologie
 
 

Nut

(auch Nuth, Nuit, „Himmel”) Sie gehört zur altägyptischen Götterneunheit, die von Atum stammte. Nut ist die Göttin des Himmelsgewölbes, die auf ihrem gelockten Haupt einen Wasserkrug trägt.

Gemeinsam mit ihrem Gatten Geb, dem Erdgott, ist Nut Kind der Luft Schu und der lebensspendenden Feuchtigkeit Tefnut, die beide von Atum stammen. Mit Geb ist Nut Mutter von Isis, Osiris, Seth und Nephthys.

Nut galt als „die Glänzende” unter den Neun.

Gedacht war Nut als Kuh, deren Euter die Milchstraße entsprang, wie sie auch einen Milchregen zur Erde hinabfallen ließ.
Nut war dem Re dabei behilflich, sich den Menschen zu entziehen. Sie nahm die Gestalt einer Kuh an, setzte den Re auf ihren Rücken und trug so den Gott gen Himmel. Als ihr hoch droben schwindelte, halfen ihr vier Götter, indem sie ihre Beine stützten und zu Säulen des Himmels wurden (STORM, 60).

Oder man stellte sie als nackte, sternenübersäte Frau dar, die sich über die Erde wölbte und deren Finger und Zehen die Erde berührten und die vier Himmelsrichtungen markieren. In dieser Darstellung findet sie sich auf der Innenseite von Sargdeckeln, wo sie den Verstorbenen gleichsam in Umarmung hält (z. B. in der Grabstätte Ramses VI.).
„Da der Verstorbene als Stern am Himmel der Nut wiedergeboren werden will, ist seit dem Neuen Reich im Inneren des Sargdeckels ihr Bild angebracht. Sarg und Grabmal werden als Nut bezeichnet, so daß der Tote sich "in [dem Leib] der Nut" befindet und dadurch seine Wiedergeburt gesichert sieht.” (BELLINGER, 352f.)
Als Große Mutter liegt Nut über dem Erdgott Geb, der sie zu befruchten sucht. Seinen aufgerichteten Penis sollen die Obelisken (freistehende Säulen) verkörpern (WALKER, 798).

Diese Vereinigung verhindert (im Weltbild von Heliopolis, der „Sonnenstadt”) tagsüber der Luftgott Schu, indem er das Paar voneinander getrennt hält. Nut hatte einem Mythos zufolge den Geb entgegen dem Wusch des Re geheiratet. Darum sandte Re den Schu, um das Paar zu trennen, indem er Nut nach oben, Geb nach unten zwang. Obendrein verfügte er, daß es der Nut in keinem Monat gestattet sein solle, Kinder zu gebären. Aber der Gott Thot stellte sich an die Seite der Nut und forderte den Mondgott zum Damespiel. Für fünf gewonnene Partien erhielt er von diesem Licht für fünf Tage, an denen Nut Isis, Osiris, Seth und Nephthys gebar (STORM, 60).
Darum hat das Jahr zusätzlich zu den zwölf Monaten zu je 30 Tagen fünf weitere Tage.

Jeden Abend verschlingt Nut die Sonne Re, um sie am Morgen erneut zu gebären. Das rote Licht der Morgenröte ist dabei das bei der Geburt vergossene Blut.

Die Griechen setzten die Nut ihrer Rheia gleich (BELLINGER, 353).