Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Ägyptische Mythologie
 

Thoth

(griech., ägypt. Djehuti, kopt. Thout; Tehuti) Er ist der ägyptische Mondgott („silberner Aton”), als „Herr des Heiligen Wortes” Gott der Weisheit und der Wissenschaften und Beschützer der Schreiber, dem die Erfindung der Schrift und der Hieroglyphen zugeschrieben wird. Wenn Thoth dargestellt wird, meist als Ibis oder ibisköpfig, auch als Affe (Pavian). Häufig hält er dabei Schreibgerät oder eine Palmrippe.

Beim Totengericht schreibt Thoth damit das Urteil auf, anschließend begleitet er als ein Seelenführer die Verstorbenen durch die Unterwelt.

Thoth gilt entweder als Sohn des Sonnengottes Re oder er entsprang dem Kopf des Gottes Seth. Oder er ist Sohn der Nechmet-awaj und mit ihr Vater von Nefer-hor. Sie bilden gemeinsam eine göttliche Dreiheit.

Thoth diente als Schreiber bzw. Wesir dem Gott der Vegetation und der Toten, Osiris. Als der getötet wurde, konnte Thoth dank seiner Kenntnisse der Isis dabei helfen, ihren Gatten so zu bestatten, daß Isis noch nach dessen Tod von ihm den Horus empfangen konnte.

Nach dem Ende der Herrschaft des Horus trat Thoth dessen Nachfolge an und soll Ägypten über 3000 Jahre weise regiert haben, ehe er zum Himmel aufstieg und dort als der Mond den Himmel erhellte, wie es heißt auf Befehl des Sonnengottes Re. Erschwert wird ihm dieses Amt durch Ungeheuer, die beständig von ihm fressen. Weil sie die Teile aber wieder ausspeihen, prang Thot immer wieder als Vollmond vom Himmel.

Ein Mythos stellt Thoth als „Herrn des Mondauges”, den Mond als Auge des Horus dar. Das wird im Kampf gegen Seth verletzt und läuft aus, ehe Thot das Auge heilt und es sich wieder füllt. So gewährlistet Thot den Mondlauf und ist damit im Mondkalender der Ägypter der „Herr der Zeit und Rechner der Jahre”. Der erste Monat des ägyptischen Kalenders heißt nach ihm Thot, noch heute nennt die koptischen Christen Ägyptens einen der Monate so.

Der schreibkundige Thoth wohnte im Lebenshaus, dem Ort, wo alles Wissen gesammelt war. Hier verzeichnet Thoth nicht allein die Regierungszeiten der Könige, er hütet auch sämtliche Bibliotheken.
Nicht allein Zeitrechnung und Schrift, auch die Sprachen gehen auf Thoth zurück, außerdem die Gesetze, wie überhaupt alles Wissen in diesem Gott vereint ist.

Der Name des Gottes leitet sich von Thoyth ab, dem ägyptischen Wort für „Säule”. Die Säule galt in Ägypten als Symbol der Wissenschaften.

Thoth war der Schutzgott der Könige der achtzehnten Dynastie, die sich nach ihm Thuthmosis („Kind des Thoth”) nannten. Hatte die Königin ein Kind geboren, verkündete Thoth als Botengott dieses Ereignis.

Außer der Schrift soll Thoth auch ein Buch der Magie verfaßt haben, das „Buch des Thoth”, das in einem Grab bei Memphis bestattet ist. Die darin enthalten Weisheiten sollen die Beschwörung selbst der Götter ermöglichen. Dieses Wissen ist nach A. Crowley im Tarot enthalten („Thoth-Tarot”).
Der Legende nach soll Thoth versehentlich sein „Buch des Lebens und der Weisheit” auf die Erde fallen lassen haben. Eine Zigeunerin hob einige Blätter davon auf und von den Zigeunern sollen die Tarotkarten nach Europa gekommen sein.

Bei den Griechen war Thot dem Botengott Hermes gleichgesetzt.

Im hellenistischen Alexandrien wurde Thoth als Hermes Trismegistos, „der dreimal größte Hermes”, zum Ahnherr allerlei Wissenschaft erkoren, darunter Alchemie, Medizin und Metallscheidekunst (BIEDERMANN, 202).
Thoth soll auch mit dem Henoch einerlei sein, dem Erstgeborenen Kains.