| Akkader | ||
(eigentlich Scharrukenu, Sargon I. von Akkad, 2340 bis 2284) gilt als Gründer Akkads, des ersten semitischen Großreichs und der Geschichte insgesamt. Er entstammte einer semitischen Nomadenfamilie und konnte sich durch List und Truppen zum mächtigsten Herrscher seiner Zeitaufschwingen.
Die Mutter soll eine Priesterin gewesen sein, die der Tempeldienst zur Kinderlosigkeit verpflichtete. Als sie doch schwanger geworden war, soll sie das Kind in der Stadt Azupiranu geboren und ausgesetzt haben, indem sie den Säugling in ein Weidenkörbchen legte und das dem Euphrat anvertraute. In dieser Art ausgesetzte Kinder kennen die Überlieferungen mehrere, zum Beispiel den biblischen Moses. Am Ufer des Euphrat fand ihn Laïpu, der Palmengärtner am Hof des Königs Akki, dem Bewässerer, der ihn aufnahm und großzog. Er wurde Mundschenk des Vasallenkönigs Urzababa von Kisch, gegen den er intrigierte und schließlich die Macht an sich riß. Als König nannte er sich Scharrukenu (rechter Herrscher) und führte seinen Aufstieg auf die Gunst der Göttin Inanna (Ischtar) zurück.
Derart gestärkt eroberte er zunächst den gesamten Norden Sumers, ehe er den König Lugalzagesi herausforderte. Nach mehreren für Scharrukenu siegreichen Schlachten war Lugalzagesi geschlagen und ein semitischer Herrscher löste den sumerischen König ab.
Er gründete als seine Hauptstadt Akkad, wovon sein Reich von der Geschichtsschreibung den Namen erhalten hat, wenngleich der Begriff Akkader im zeitgenössischen Schrifttum nicht auftaucht (ebensowenig wie der Name Sumerer).
Dann wandte sich Sargon über die Grenzen Sumers hinaus und drängte in Richtung Mittelmeer, nach Süden und gen Osten. Schließlich hatte er ein riesiges Reich erobert, das von Kleinasien bis in den Iran, von den Gebirgen im Norden bis herunter an den Persischen Golf reichte.
Ob es sich bei der berühmten Bronzebüste tatsächlich um Sargon handelt, bleibt ungewiß; es könnte sich auch um einen seiner Nachfolger handeln. Dennoch läßt sich an ihr der kulturelle Unterschied zur Darstellung sumerischer Herrscher deutlich ablesen. Auffallend ist besonders das wallende Haupthaar auf langgestreckten Kopf, das sich deutlich von den geschorenen Rundschädeln sumerischer Herrscher abhebt.
Nach 56 Jahren der Herrschaft hinterließ Sargon seinem Sohn Rimusch den Thron, unter dessen Regierung allerdings noch viel mehr Aufstände losbrachen, als schon unter Sargon und der diesen mit brutaler Gewalt zu begegnen suchte.
Quelle: Die Darstellung folgt im wesentlichen H. UHLIG (2002), Die Sumerer, S. 234-72)
Ein anderer Sargon ist Sargon II. von Assyrien, der von 722 bis 705 herrschte.