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| Wesen | |
(auch Vampyre) Aus Horrorliteratur und Gruselfilmen ist der Vampir bestens als eine dem Menschen äußerlich sehr ähnliche Wesenheit, die sich bei oberflächlicher Betrachtung nur durch ihr bleiches Äußeres und ihre spitzen Eckzähne besonders auszeichnen. Nicht immer sichtbar, aber im Unterschied größer, sind die nächtliche Lebensweise (Filmvampire zerfallen im Sonnenlicht zu Staub und übertagen daher in einem Sarg), die Fähigkeit zur Verwandlung (z. B. in eine Fledermaus), die Unsterblichkeit, das fehlende Spiegelbild sowie das Trinken von Blut, das bevorzugt vom Menschen genossen wird (wobei das Opfer durch den Biß selbst zum Vampir werden soll). Die Jagd auf Vampire wird in der einschlägigen Unterhaltungsliteratur detailliert beschrieben. So soll ein schlafender Vampir unschädlich zu machen sein, indem man ihm einen Pflock durch das Herz treibt. Als passiver Schutz werden Gehänge mit Knoblauch empfohlen.
Der bekannteste Vampir der Literatur ist Dracula, der in einem transsylvanischen (Siebenbürgen) Grafen sein historisches Vorbild hat. Dieser Graf Dracula soll zur Zeit der Türkenkriege geherrscht haben und gilt als Anhänger besonders drastischer Abschreckungspolitik, indem er beispielsweise seine Feinde auf Pfähle spießen und aufstellen ließ.
Der Glaube an Vampire hat im slawischen und ostdeutschen Volksglauben seine alteingesessene Tradition. Ganz allgemein ist hier der Vampir als ein fledermausähnlicher Wiedergänger vorgestellt, der nachts seinem Grab entsteigt und Schlafenden das Blut aussaugt.
Ähnliche Vorstellungen gab es auch im alten Griechenland, bei AISCHYLOS heißt es von den Erinyen, sie würden Menschenblut saugen (Eumeniden, 253, 264f.)
Anders führt F. HARTMANN zum Vampirismus aus: Unter einem Vampir versteht man einen Geist, von welchem ein Mensch besesssen ist und der an der Lebenskraft desjenigen, den er besitzt, zehrt, seine Nervenkraft erschöpft und ihn schließlich dem Wahnsinn und Tod in die Arme treibt. (Seelenbräute und Vampirismus, 3)
Diese Vorstellung des Vampirs als einen Geist stimmt mit dem Glauben an Incubi und Succubi überein, womit imaginäre und dämonische Sexualpartner gemeint sind, welche die Betroffenen nächtens aufsuchen sollen. Diese Geistwesen sind nach HARTMANN real, ihre Entstehung verdanken sie der Phantasie ihrer Opfer, es handelt sich also um verselbständigte Gedanken. So, wie der Vampir im Film sein Opfer durch Absaugen des Blutes schwächt und dadurch selbst an Lebenskraft gewinnt, zehrt der Incubus oder Succubus an der Lebenskraft, auch wenn der Umgang mit diesen Geistern dem Opfer vordergründig Freude bereitet. Wahnsinn und Tod sind zu befürchten, doch ist Heilung durch Stärkung der moralischen Kraft möglich (Seelenbräute und Vampirismus, 6-8)
Ein Leser sandte folgende Zeilen zum Vampir:
Der Vampir ist der wohl faszinierendste Typus in der Welt der Untoten. Seit jeher begeistert er in der Horror-Literatur die Menschen oder in Filmen, seit langem gibt es sogar Vampir-Clubs in denen Menschen ihre dunklen Phantasien ausleben, sich verkleiden und sich blass schminken können. Der Vampir besitzt eine morbide, erotische Ausstrahlung und Fähigkeiten, die der menschlichen Natur weit überlegen sind. Vielleicht ist der Vampir deshalb so gefürchtet, gleichzeitig aber auch so geliebt. Er vereint soviele Eigenschaften und Ideale, steht für Unsterblichkeit und Kraft, für ewige Jugend und Eleganz. Seine innerliche Zerrissenheit berührt viele Menschen, immer ist er auf der Suche nach Nahrung, für die er töten muss, er ist zu einem Leben verdammt, in dem er niemals wirklich Frieden finden kann. Die Vampire stehen für die Sehnsucht nach Macht und Unsterblichkeit, welche nie ein Mensch je erlangen kann. Vampire kennen kein Gesetz, sie töten um zu leben, auch (!) wenn es ihre Einsamkeit bedeutet. Der Vampir ist sicher eine tragische Gestalt, die viele gesellschaftliche Normen sprengt und so auch als Außenseiter gelten kann. Viele Menschen können sich deshalb auch mit dem Vampir identifizieren. (Morila - vielen Dank dafür)
Vampire nennt man in der Zoologie auch in einigen Gattungen der Blattnasen. Diese Fledermausartigen fliegen tatsächlich nachts geeignete warmblütige Tiere (Kühe, Pferde) an, um sich von deren Blut zu nähren. Allerdings ist gerade der von Mexiko bis zum Amazonas verbreitete Große Vampir, der den wissenschaftlichen Namen Vampyrus spectrum trägt und eine Spannweite von siebzig Zentimetern erreicht, nicht blutsaugend, er frißt Insekten und Früchte. Blutsaugend sind dagegen die sehr viel kleineren Arten Echter Vampir (Desmodus rotundus), der von Mexiko bis Paraguay sein Wesen treibt und der in Brasilien heimische Kleine Vampir (Diphylla ecaudata).