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 Tageslauf
 
 

Abend

Der Abend markiert des Ende, wie auch die Sonne ihren täglichen Lauf beschließt. Nach der Himmelsrichtung, in der das Zentralgestirn scheinbar untergeht, bezeichnet man auch den Westen als „Abend”.

Als ein Zeitpunkt des Überganges von Tag zu Nacht ist der Abend ein Zeitraum des Tages, an dem die Grenzen zwischen den Welten durchlässig werden und mit dem verblassen der Sonne finstere Mächte der Nacht erstarken. Zwerge und Hexen beginnen ihr Nachtwerk und vor ihnen gilt es, sich zu hüten. Mit dem Abendgeläut vom Kirchtum zieht man sich darum in häusliche Geborgenheit zurück, schließt die Läden und besonders die Haustür, die nur im Notfall geöffnet wird.

Wer keinen Spuk sehen mag, der sollte daher am Abend das Haus nicht mehr verlassen, denn mit Sonnenuntergang beginnt insgesamt die machtvolle Zeit der Geister (so erzählt in Prenden b. Bernau (Brandenburg), n. KUHN u. SCHWARTZ C. XXX,434).

Abendliche Ereignisse oder Wahrnehmungen werden als Vorzeichen für den folgenden Tag gewertet. Zum Beispiel soll eine abendliche Spinne Glück bedeuten. Der Abend nach Sonnenuntergang ist in vielen Kulturen der Beginn des Folgetages. So beginnt bei den Juden der Sabbat am Freitagabend, auch die Festtage der Heiligen beginnen mit der vorhergehenden Nacht, etwa die Johannisnacht zum 24. Juni. Heidnische Feste wie die Maifeier finden in der Nacht zum Beginn des Wonnemonats (1. Mai) statt.