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| Alchemie | |
Im April 1591 richtete man auf dem Marktplatz Münchens den Venezianer Marco Antonio Bragadino hin, der sich zuvor ein Jahr lang von Herzog Wilhelm V. aushalten lassen hatte, da er angeblich als Goldmacher den Herzog von seinen Finanznöten befreien würde. Mit einem Gefolge von sechsunddreißig Dienern verjubelte Bragadino Unsummen, welche er vom Herzog zwecks Anschaffung benötigter Zutaten erhalten hatte.
Endlich wurde die Prasserei des angeblichen Alchimisten dem Herzog zu bunt, er ließ ihn verhaften und unter der Folter gestand Bragadino, er sei nur ein Betrüger.
Man hängte den angeblichen Goldmacher an einem rot gestrichenen Galgen, der Galgenstrick und die Fesseln Bragadinos waren von goldener Farbe. Mit Marco Antonio Bragadino waren seine beiden schwarzen Hunde zur Richtstatt geführt worden und wurden mit Büchsenschüssen getötet, denn man hielt die Tiere für dämonische Helfer des Betrügers.
nach KUNZE, 357f.