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 Alchimie
 
 

Alchemie

Die Kunst der Alchemey ist recht und wahrhafftig der alten Weisen Philosophey, welche mir sehr wol gefällt, nicht allein wegen ihrer Tugend und Nützlichkeit, die sie hat mit distilliren und sublimiren in den Metallen, Kräutern, Wassern und Olitäten, sondern auch wegen der herrlich schönen Gleichniss, die sie hat der Aufferstehung der Toten am jüngsten Tag.
Martin Luther, zit. n. AKRON u. BANZHAF, 86.

(dt. Alchimie, Alchymie, mittellat. alchimia, vermutl. aus dem Griechischen gr. chemeia, „Lehre vom Feuchten”, chymos, „Saft”, cheo, „ich gieße” und über das Arabische vermittelt (BIEDERMANN,, 32).
Das arabische Wort Al-Khemeia bedeutet „Stoff aus Ägypten”, es soll von Khemennu („Land des Mondes”) abgeleitet sein, was ein alter Name Ägyptens sei (WALKER, 20).

Die in Altertum und Mittelalter bis in die Neuzeit praktizierte Alchemie gilt als die Vorform der Chemie als Naturwissenschaft. Anders als die moderne Chemie, über 110 Elementen untrennbare Grundstoffe der Materie sieht, ging die Alchemie von der Möglichkeit aus, einen Grundstoff in einen anderen überführen zu können. Allerdings versteht der moderner Chemiker unter Elementen die in der Periodentafel systematisierten Stoffe (z.B. Wasserstoff H, Sauerstoff O, Blei Pb, Gold Au usw.), während der (europäische) Alchemist von den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft ausgeht, es wird auch das Holz als Element bezeichnet (China) oder als fünftes Element der Äther genannt.

Ziel der Alchemie ist die Verbindung der eigentlich unvereinbaren Elemente Feuer und Wasser. Die Verschmelzung der Gegensätze im Sinne einer Wandlung vom Niederen zum Höheren entspricht der Suche nach tiefster Weisheit, bei Gelingen ist das Ergebnis der Stein der Weisen.

Praktisch arbeitende Alchemisten suchten außer Weisheit noch nach einem Elixier ewiger Jugend sowie nach der Möglichkeit der Verwandlung unedler Metalle in Gold. Ihrer Dienste suchten sich Fürsten zu versichern, um die klamme Staatsschatulle aufzubessern.
Während von einer erfolgreichen Goldbereitung bislang nichts sicher bekannt wurde, war die eher zufällige Entdeckung der Porzellanherstellung ein wirklicher Glücksfall für den Fürsten. Kurfürst Friedrich August von Sachsen („der Starke”) beschäftigte im 17/18. Jahrhundert den Hofalchemisten J. F. Böttger, der mit E. W. Graf v. Tschirnhaus herausfand, wie die Chinesen das Porzellan herstellten. Das wegen seines hohen Wertes „weißes Gold” genannte Hart-Porzellan ließ der Fürst ab 1710 in der noch heute bestehenden Manufaktur zu Meißen fertigen, es brachte dem Fürsten ein Vermögen ein.

Zosimos, ein Alchemist, der im vierten Jahrhundert in Alexandria wirkte und dem einige der ältesten alchemistischen Texte zugeschrieben sind, führte die Alchemie auf jene Gottessöhne zurück, die das Alte Testament in 1. Mose 6,2 erwähnt. Der Name der Kunst gehe auf einen mythischen Chemes zurück, sein Buch widmete er dem ägyptischen Weisen Imhotep. (BIEDERMANN,, 478).

Zu Schutzheiligen der Alchemie erklärte man Johannes (GANZENMÜLLER, S. 227ff., n. GEBELEIN, 104) und Jakobus (ebd., S. 111).

- weiteres in Vorbereitung -

siehe auch Elemente, Stein der Weisen, Tabula Smaragdina und das Register