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 Alchimie - Metalle
 
 

Blei

lat. Plumbum, chem. Pb

Dieses zu den (Schwer-)Metallen gehörende chemische Element (Ordnungszahl 82, Atommasse 207,s, Dichte 11,34, Schmelzpunkt 327,5°C) wird wegen seiner hohen Dichte zur Abschirmung radioaktiver Strahlung verwendet, zum Beispiel ist die schwere Schutzschürze beim Röntgen aus Blei.

Das weiche Metall gilt auch in der Zauberei als besonders bindend, weshalb magische Kräfte wie Zaubersprüche oder Flüche daran besonders gut haften sollte. In diesem Sinne findet Blei bei Bindezaubern oder der Anfertigung von Fluchtafeln Verwendung.

Aus unedlen Metallen, besonders dem Blei, Gold herzustellen war ersehntes Ziel vieler Alchemisten bzw. Wunschtraum jener Fürsten, die sich einen Goldmacher an den Hof holten. Gelingen sollte das Stück mit Hilfe eines Steins der Weisen, dem die Macht zur Transmutation des Bleis zu Gold zugebilligt wird.

In der Alchemie heißt das Blei nach dem römischen Gott Saturnus und wird als alter, gebückter Greis mit Sense oder Sichel dargestellt, auch als „eisgrauer Zwerg” Kronos (BIEDERMANN,, 386).

Besonders am Sylvesterabend ist das Bleigießen eine beliebte Methode der Mantik (Weissagung). Dabei wird das schon bei niederen Temperaturen schmelzende Blei über einer Flamme (Kerze) verflüssigt und in Wasser gegossen, worin das Metall augenblicklich erstarrt. Aus der gebildeten Form sucht man dann das Geheimnis zu ergründen.
Diese Betätigung hat lange Tradition, der Renaissance-Gelehrte Agrippa von Nettesheim rechnete diese Übung zu den vier „elementarischen Wahrsagekünsten” (De Occulta Philosophia, Kap. LVIII; Neudruck p. 274, zit. n. SCHRÖDTER, 72).

Bei der Feuerprobe wurde zur Ermittlung der Schuld durch Gottesurteil dem Probanden flüssiges Blei über die Hände gegossen. Als unschuldig galt, wessen Hände dabei unverletzt blieben. In Battersea, einem Stadtteil von London, England, sollen 1962 versuchsweise drei Personen freiwillig diese Übung durchgeführt haben. Zuvor hatten sie ihre Hände in ein Lösungsmittel und anschließend in Ammoniak getaucht und sollen tatsächlich unverbrannt davongekommen sein, wie durch photographische Aufnahmen des Versuchs belegt sei (SCHRÖDTER, 29).

Bei Gernsbach im Speierschen hieß es (anno 1787): „welches mädchen in der Andreasnacht blei im löffel schmilzt, und es durch einen schlüssel, in dessen bart ein kreuz, in wasser gießt, das nachts zwischen XI und XII geholt worden ist, so bildet sich das handwerkszeug ihres künftigen bräutigams.” (GRIMM, III, S. 454, A. 579)

Im Siegerlande hält man den Huflattich für eine auf Bleivorkommen hinweisende Pflanze. (SCHRÖDTER, 42)

 

Blei ist auch Name eines zu den Weißfischen gehörenden karpfenartigen Fisches, der auch Brassen oder Brachsen genannt wird.