Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Alchemie - Metalle
 
 

Gold

Das begehrteste aller Edelmetalle (wenn auch nicht das teuerste) und geradezu Synonym für Reichtum.

Gold ist die Farbe der Sonne, der es auch zugordnet ist, während Silber die Farbe des Mondes ist. Das Gold nennt man auch die „Sonne der Erde”.

Aus unedlen Metallen, besonders dem Blei, Gold herzustellen war ersehntes Ziel vieler Alchemisten bzw. Wunschtraum jener Fürsten, die sich einen Goldmacher an den Hof holten. Gelingen sollte das Stück mit Hilfe eines Steins der Weisen, dem die Macht zur Transmutation des Bleis zu Gold zugebilligt wird.

Das Gold gilt als deshalb so edel und beständig, weil es eine Mischung aller vier Elemente in so ausgewogenem Verhältnis enthalte, daß man sie nicht trennen kann (n. COUDERT, 19f), während die anderen Metalle zu diesem Gipfel streben - ein als gegeben betrachteter Prozeß, den der Alchemist zu steuern und zu beschleunigen suchte.

Wie die Gesteine sich dem alchimistischen Streben nach in Richtung Gold veredeln sollen, so geschehe das bei den Pflanzen in Richtung auf den Weizen. (H. Blüher, n. von BERNUS, 41)

 

Gold in germanischer Mythologie

Goldene Bälle standen am Anfang der Weltschöpfung, nach der Götterdämmerung Ragnarökr werden erneut solche Bälle am Anfang stehen (Völuspa, 60).

Anfangs hatten die Asen kein Bedürfnis nach weiterem Gold (Edda, Völuspa, 8).
Dann aber verleitete das Gold der Gullveig die Asen dazu, diese Zauberin zu foltern, woraufhin es zum Asen-Vanen-Krieg kam (Völuspa, 25ff.).

Ein mit Silber gedecktes Dach hat Walaskialf, eine der drei Hallen des nordischen Asengottes Odin. Eine andere Halle ist Gladsheim mit dem golden schimmerndem Walhall. Gewissermassen zwischen ihnen liegt die von kühler Flut überrauschte Sökkwabeck, wo Odin und Saga aus goldnen Schalen trinken (Edda, Grimnirlied, 6-8).

Auf goldenen Säulen ruht das silberne Dach der Halle des Richtgottes Forseti (Grimnirlied, 15).

Das Schwein Gullinborsti hat goldene Borsten.

Der Gott Heimdall soll goldene Zähne haben.

 

Weitere Sammlung zum Gold

Als astrologische Entsprechung des Goldes gilt das Tierkreiszeichen Löwe.

G. BRAUNGER ordnet die Farbe Gold dem astrologisch bedeutsamen mutmaßlichen äußeren Planeten Isis bzw. Transpluto zu (in: CHOCRON, 133).

Nach einem iranischen Mythos war Armaiti die Mutter des Urwesens Gayomart. Als Gayomart gestorben war, zerfiel sein Körper in die sieben Metalle. Armaiti nahm davon das Gold und ließ daraus eine Pflanze wachsen, die zum ersten Paar Menschen auswuchs.

Einmal hatte der phrygische König Midas dem Weingott Dionysos seinen im Rausch verloren geglaubten Silenos wiedergebracht und durfte sich etwas wünschen. Midas entschied sich dafür, seine Hände sollten alles zu Gold machen, was er berühre. Von dieser Gabe, die den Törichten fast verhungern ließ, erlöste ihn wiederum Dionysos (OVID, Metamorphosen, 11,99).

Lykurgos, der sagenhafte Gesetzgeber Spartas, soll erstmals Geld aus Eisen machen lassen haben. Pythagoras werden dazu die Worte zugeschrieben: „Ehret Lykurg, denn er ächtete das Gold, die Ursache aller Verbrechen!”

In der biblischen Offenbarung wird das Gold mit dem Glas verglichen. Das „reine Gold”, aus dem das neue Jerusalem erbaut sei, sei gleich dem „reinem Glase” (21.18). Gleich durchscheinendem Glas seien die aus „lauterem Gold” bestehenden Gassen der Stadt (21.21).

„Henrik Ranzau gibt seinen Söhnen folgenden Rat: ,Es ist nicht von geringer Bedeutung für die Gesundheit, aus goldenen und silbernen Bechern zu trinken, ebenso ist es nützlich, glühendes Gold und Silber in Getränke zu löschen. (...) Im Munde solltet ihr zuweilen einen Amethyst halten, etwas Kristall, einen Granat oder etwas reines Gold oder Silber.’” (in: Sechstes und siebentes Buch Mosis, 198)

Altindische Götter kannten den Unsterblichkeitstrank Amrita, der aus milchreinem Wasser, Kräutersaft, flüssigem Golde und aufgelösten Edelsteinen bestehen soll.