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| Alchemie | |
(andere Namen sind Materia cruda, Materia lapidis, Materia proxima, himmlische Hyle, Jungfernerde, Jungfernmilch, Massa confusa) In der Alchemie die ungeläuterte Ausgangsmaterie (lat. materia, Stoff, primus, erst, zuerst), die im Zuge der Conglutination in den Stein der Weisen überführt wird. (BIEDERMANN, 294)
Was dieser immer wieder genannte Ausgangstoff genau ist, bleibt unklar. Als philosophischer Begriff meint Materia prima die Materie an sich, ungeachtet ihrer jeweiligen Eigenschaften. In der Alchemie jedoch soll damit ein ganz bestimmter Stoff gemeint sein, der in bewußter Verschlüsselung von den Autoren nur vage umschrieben wird, sei es, weil Uneingeweihten das geheime Wissen verborgen bleiben sollte, sei es, weil die Autoren es selbst nicht wußten.
Die Materia Prima zu finden war darum unerschöpflicher Quell alchemistischer Suche, verspricht der Stein der Weisen seinem Besitzer doch Gold und Unsterblichkeit.
Gelegentlich wurde Antimon als Ausgangsstoff genannt, auch der englische Naturforscher Newton benutzte es bei seinen Versuchen, nachdem er zuvor mit Quecksilber gearbeitet hatte (GEBELEIN, 317).
Der Schriftsteller und Arzt Karl Arnold Kortum (1745 bis 1824) teilte zusammen mit dem Pfarrer Bährens allen Freunden der Alchenie mit, die materia prima sei in Wahrheit die Steinkohle und rief diese zum gemeinsamen Laborieren auf. (BIEDERMANN, 296)
Der berühmte Weltreisende und Professor für Naturwissenschaft Georg Forster befaßte sich mit der Alchemie und stapfte auch durch sumpfige Wiesen beim nordhessischen Veckerhagem, um Sternschnuppensubstanz zu suchen, in der er die materia prima vermutete. (GRAF, 8)