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 Alchemie/Heilkunde
 
 

Paracelsus

Dieser Arzt, Naturforscher und Philosoph hieß eigentlich Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, er wurde am 17. 12. (oder 10. 11.) 1493 in Einsiedeln (heute Schweiz) geboren und verstarb am 24. 9. 1541 in Salzburg.

Als Arzt war Paracelsus ein Revolutionär, wandte er sich doch gegen die seinerzeit übliche scholastische Medizin, die ihr Wissen weitgehend aus schriftlicher Überlieferung bezog, ohne sich durch Experiment und Beobachtung von deren Richtigkeit zu überzeugen.

Bei Kritikern moderner Schulwissenschaft und ihrer analytischen Haltung, die z. B. die Leber behandele, nicht aber den ganzen Menschen, genießt Paracelsus hohes Ansehen, lehrte er doch den „inneren Arzt”, der im Kranken geweckt werden müsse. Entsprechend riet Paracelsus, zur Unterstützung der Heilung durch ein naturgemäßes Leben.

Paracelsus gilt auch als Begründer moderner Arzneimittelbehandlung.

Seinen akademischen Zeitgenossen, besonders seinen Kollegen der behandelnden Zunft, galt Paracelsus als Scharlatan, den sie schmähten und verfolgten. Seinerseits machte Paracelsus keinen Hehl aus seiner abschätzigen Haltung ihnen gegenüber.

Sein Gehilfe Johannes Oporinus charakterisierte seinen Meister als „paranoides, sonderbares, Mißbrauch treibendes, normalerweise betrunkenes Genie”, das sich Paracelsus („über den Celsus hinaus”) nannte, „weil er nach seiner eigener Einschätzung bedeutender war als der große griechische Arzt Celsus” (n. COUDERT, 22f.).

Dennoch verdankt die Wissenschaft ausgangs des Mittelalters dem Paracelsus erhebliches, nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Alchemie. Er erweiterte die Vorstellung, alle Stoffe enthielten außer dem Quecksilber und dem Schwefel noch eine dritte Konstituente, das Salz.
Den Elementen ordnete Paracelsus Elementarwesen zu.

In der Moderne gedenkt die Ärzteschaft seiner mit der seit 1952 alljährlich auf dem Deutschen Ärztetag an besonders verdiente Mediziner verliehenen Paracelsus-Medaille.

 

Eine um 1800 in Darmstadt entstandene Handschrift behauptet, die echten Ausgaben des 6. und 7. Buch Mose seien an den dreiundzwanzig darin enthaltenen Siegelabbildungen erkennbar. Das originale Werk sei 330 von Kaiser Konstantin nach Rom gebracht und Papst Silvester übergeben worden, seither hüte der Vatikan es als sein Geheimnis. Erst Paracelsus sei es gelungen, der Schrift habhaft zu werden und sich mit ihrem Inhalt vertraut zu machen. (DAXELMÜLLER, 265)

 

Der Name des Paracelsus wurde auch im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts in oft zwielichtiger Manier gebraucht.
Als der Glaube an die Kartomantie erblühte, fand auf den Märkten zwischen allerlei Groschenliteratur dürftige Breviere zur Kartenlegerei, die vorgaben, auf Paracelsus zurückzugehen. (GRAF, 91)