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| Alchemie | |
(lat. sal) In der Chemie nennt man allgemein die Verbindungen von Metallen mit Halogenen Salze, im engeren Sinne ist in der Regel das lebensnotwendige Kochsalz (NaCl) gemeint.
Sal ist das dritte der philosophischen Elemente. Gemäß der Elementenlehre des Paracelsus ist die Welt aus den Grundstoffen Sal (Salz), Mercurius und Sulphur aufgebaut. Sal ist dabei nicht schlichtes Kochsalz, vielmehr repräsentiert das Mineral das Prinzip der Körperlichkeit und die Greifbarkeit des Festen (BIEDERMANN, 380).
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Drei Zeichen für Salz, wie sie in alchemistischen Schriften gebräuchlich sind. Nach BIEDERMANN, 380 |
Salz ist gemäß mosaischem Gesetz Bestandteil aller Speiseopfer (3. Mose 2,13).
Jesus bezeichnete die Zuhörer seiner Bergpredigt als das Salz der Erde (Mt 5,13) und als Licht der Welt (5,14). Bei Lukas spricht er (ähnlich wie bei Matthäus) das rätselhafte Gleichnis: Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz kraftlos wird, womit wird man’s würzen? Es ist weder auf das Land noch in den Mist nütze, sondern man wird’s wegwerfen. Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Lk 14,35-35)
Nach nordischem Mythos leckte die Urkuh Audhumbla den Buri aus dem salzgen Eis (Gylfaginning, 6).
Das wegen seines Geschmacks mit dem Blut verwandte Salz gilt als wirksames Bannmittel. Zum Beispiel ist es Brauch, beim ersten Besuch eines neubezogenen Heims eine Handvoll Salz mitzubringen, da das Hexen und Dämonen fernhalten soll (WEHR, 227).
Wer Salz verstreut, der soll es keinesfalls wieder aufsammeln. In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: wer salz verschüttet, raffe es nicht auf, er hat sonst kein glück. (GRIMM, A. 64)
Salz zu verstreuen gilt als Unglückszeichen. Diese Annahme soll zum einem mit dem vorzeiten hohen Preis des lebensnotwendigen Salzes zusammenhängen, zum Weiteren mit der Gleichsetzung des Salzes mit dem salzig schmeckenden Blut, das zu vergießen stets ein Unheil ist. Das Blutvergießen hinter sich zu lassen wird symbolisch dadurch ausgedrückt, daß man eine Prise Salz über die Schulter wirft, auch einen Fluch sucht man derart abzuwehren.
Salz und Brot in das neue Haus zu bringen soll seine künftigen Bewohner auch vor Mangel an Lebensmitteln bewahren.
In eine Baugrube gestreutes Salz soll böse Geister abhalten (MALA, 58).
In der Chemnitzer Rockenphilosophie steht zu lesen: wäscht man sein geld in reinem wasser und legt salz und brot hinzu, so können der drache und böse leute es nicht holen. (GRIMM, A. 6)
Es hieß, die den Hexen bei ihren Sabbaten vorgesetzten Speisen seien ungesalzen gewesen, da der Teufel Salz verabscheue. (KUNZE, 260)
Salz wird auch zu Orakelzwecken genutzt. Vornehmlich in der Vorweihnachtszeit streut man eine gute Menge abends auf einen weißen Porzellanteller und merkt sich genau seine Formation. Wenn die Kontrolle am folgendem Morgen kaum Veränderungen bestätigt, darf mit einem günstigen Jahr gerechnet werden. Andernfalls besteht begründete Sorge um die Gesundheit. Schon bald droht dem Probanden eine Blässe gleich der Versuchsanordnung.
Prasselndes Feuer oder verschüttetes Salz bedeuten Streit. (aus Worms, GRIMM, A. 534 u. 535)
Wenn ein Mädchen beim Decken des Tisches vergißt das Salz aufzutragen, so deutet das einem Aberglauben gemäß auf eingebüßte Jungfernschaft (WEHR, 135).
Christlicher Schutzpatron der Salzbergarbeiter und des Salzbergbaus ist Rupert von Salzburg.
Laut Eliphas Lévi ist Salz neben Merkur, Schwefel und Azoth in der Alchimie eines der vier magischen Elemente. (Transzendentale Magie, 127)