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 Allmende
 
 

Alte

Alte Frauen werden wegen der ihnen nachgesagten Lebenserfahrung und Weisheit ebenso bewundert wie gefürchtet. Im Märchen werden Hexen bevorzugt als häßliche alte Weiber beschrieben.

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Die Alte ist eine Gestalt der dreifachen Göttin, deren Dreiheit sich aus der Jungfer, der Mutter und der Alten zusammensetzt.

 

Vier alte Frauen übernahmen im Tempel der Chtonia zu Hermione das Schlachten der vier zu opfernden Kühe und wahrten das Geheimnis des Kultes (PAUSANIAS, Argolis, 5,7f.).

 

In der nordischen Edda ist die Alte vom Eisenwald Mutter dämonischer Riesen (Völuspa, 32).

Loki schlich in der Verkleidung eines alten Weibes zur Frigg und erfuhr so, was den Baldur töten konnte (Gylfaginning, 49).

 

Es heißt im Aberglauben: „wer zu wichtigen unternehmen ausgeht, begegnet ihm ein altes weib, so ist er unglücklich, ein junges mädchen, glücklich.” (GRIMM, A. 1015), ähnl. nach der „Chemnitzer Rockenphilosophie”: „es ist nicht gut, wer morgens ausgeht, und es begegnet ihm ein alt weib.” (ebd., A. 58) oder „wer frühmorgens zwischen zwei alten weibern geht, hat den tag über kein glück.” (ebd., A. 380) In Bielefeld sagte man: „alte frauen frühmorgens zuerst begegnend bedeutet unglück, junge leute glück.” (GRIMM, A, 791)

Ein Abwehrzauber vor dem vermeintlich durch die Alte drohendem Unheil ist der Gruß: „begegnet einem frühmorgens eine alte frau und grüßt, muß man ihr antworten ,euch eben so viel!’”. (GRIMM, A. 976)

In Bielefeld mahnte man: „tritt eine alte, mit triefenden augen, ins haus, redet ein kind an und liebkost es, so behext sie es; ebenso wenn sie das vieh anrührt und bewundert.” (GRIMM, A. 787)

„alte weiber schneiden oft einen fuß lang rasen aus, den unmittelbar vorher ihr feind betreten hat, und hängen den rasen in den schornstein. dann muß ihr feind abzehren.” (aus dem Saalfeldischen, GRIMM, A. 524)

Man traute reifen Damen auch Einfluß auf das Wetter zu: „regnets vormittag, so wird nachmittag noch besser wetter, wenn die alten weiber sich ausgereuspert.” (GRIMM, A. 826)

Während der Hexenverfolgungen war es besonders für alte Frauen gefährlich, sich eine Katze oder andere Tiere zu halten, da in Gestalt dieser Tiere ihr dämonischer Hausgeist vermutet wurde oder angenommen wurde, daß sie sich selbst in ein Tier verwandelt habe. Im Westfälischen hieß es: „wirft man über den kopf zweideutiger katzen, hasen einen stahl, so steht plötzlich die gestalt eines alten weibes da, die als katze oder hase über den weg lief” (GRIMM, A. 886)

Ein altes, häßliches Weib soll alltäglich in der Tannenkoppel bei Lägerdorf (Schleswig-Holstein) ein weißes Pferd bis zur Erschöpfung geritten haben. (MÜLLENHOFF, Nr. 376.1, n. HUBRICH-MESSOW, 169f.)