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(eigentl. Henricus ab (de) Nettesheym, Cornelius Agrippa) Ein am 14. September 1486 zu Köln als Sproß des wohlhabenden Rittergeschlechts derer von Nettesheym geborener Philosoph und Kabbalist, verstorben am 18. Februar 1535 zu Grenoble.
Nach seinem Studium der Juristerei gründete Agrippa von Nettesheim in Paris eine Solidatum genannte geheime Gesellschaft zur Betreibung der Geisteswissenschaften; 1510 lernte er im Kloster St. Jakob zu Würzburg bei Johannes TRITHEMIUS (1462 bis 1516), der ihn in geheime Künste eingeweiht haben soll und zur Abfassung der Schrift De Occulta Philosophia (erstmals 1534 gedruckt) anregte, die eine Platonisch-Christliche Philosophie lehrt.
Agrippa von Nettesheim wurde 1511 Kaiserlicher Rat und Bergbau-Inspizient, diente als Hauptmann im Heer Kaiser Maximilians im Kampf gegen Venedig, wofür man ihn zum Ritter schlug, und promovierte 1512 zum Doktor der Juristerei und der Medizin.
Ab 1515 lehrte Agrippa in Pavia die Schriften des Hermes Trismegistos.
Er ging nach Metz, mußte aber wenige Jahre darauf von dort weichen, da er wegen seiner Verteidigung einer angeblichen Hexe Schwierigkeiten mit der Inquisition zu befürchten hatte.
Agrippa von Nettesheim war fortan erst in Genf, dann in Freiburg, Lyon und Antwerben als Arzt tätig und erwarb sich hohes Ansehen als Wunderdoktor. Wiederholt geriet er mit dem Klerus in Konflikt, 1531 saß er sogar kurz im Gefängnis ein.
1535 trennte sich Agrippa von Nettesheim von seiner dritten Frau — die anderen beiden waren früh verstorben — zog nach Grenoble und starb dort am 18. Februar 1535.
(nach SCHRÖDTER, 15f.)
Angeblich hatte Agrippa von Nettesheim einen Familiarteufel, der ihn in Gestalt eines schwarzen Pudels begleitet haben soll (P. JOVIUS, zit. n. BIEDERMANN, 28). Es heißt auch, als Agrippa von Nettesheim im Begriff war, zu sterben, nahm er dem bösen Geist ein ledernes Halsband mit aus Nägeln gebildeten nekromantischen Inschriften unter folgendem Ausruf ab: Packe dich, verwünschte Bestie, die du an meinem ganzen Unglück schuld bist. Darauf stürzte sich der Geist in die Saone und wurde nicht mehr gesehen. (ebd.)
Agrippa gilt als Vorbild für die literarische Figur des Dr. Faust. Mit seinem Werk De occulta philosophia wurde er Namenspate der Okkultismus genannten Geisteshaltung. (GRAF, 35)
Seine Occulta philosophia beeinflußte auch den Engländer John Dee wesentlich. (KUPER in KIESEWETTER, 12) In diesem erstmals 1534 gedruckten Jugendwerk Agrippas arbeitete er die Hauptströmungen der hermetischen Tradition vor und in der Renaissance heraus. Das ganze belebte Universum sei in drei Teile einteilbar: die elementare Welt, in der der Magier mit naturbezogener Magie arbeuitet, darüber der mittleren Himmelswelt, der man sich mit mathematisch-magischen Operationen nähern könne und darüber noch die überhimmlische, durch numerologische Beschwörungen und andere zeremonielle Praktiken erreichbare Welt. (ebd., 12f.
Famulus des Agrippa von Nettesheim war Johannes Wierus (Weier, 1515 bis 1588).
Wenn im Schwarzen Netz Agrippa von Nettesheim nach W. SCHRÖDTER zitiert ist, dann bezieht sich das auf den 1856 bei J. Scheible (Stuttgart) herausgekommenen deutschen Text (SCHRÖDTER, 13).
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