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Carl von Linné

Zu diesem schwedischen Naturforscher stellte Oliver Zompro (www.sungaya.de) dankenswerterweise diesen Text zur Verfügung:

Dem Schweden Carolus LINNAEUS (1707 bis 1778), auch bekannt als Carl von LINNÉ, haben wir es zu verdanken, daß sich heutzutage Wissenschaftler auf der ganzen Welt über die unübersehbare Vielzahl der Organismen eindeutig unterhalten können. Er gilt als der Begründer der Taxonomie und entwickelte das heute noch gültige System zur Bennennung, Anordnung und Klassifizierung von Organismen. Dieses System ist allerdings bis heute mehrfach ergänzt und abgewandelt worden. Linné wurde am 23. Mai 1707 in Stenbrohult in der südschwedischen Provinz Småland geboren. Sein Vater war ein protestantischer Geistlicher und ein Gärtner. Schon früh wurde Linnés Interesse an der Natur offenbar, sein Interesse and der Kirche war gering. Im Jahre 1727 begann er das Studium der Medizin an der angesehenen Universität Lund in Schweden, später wechselte er an die Universität in Uppsala. Hier verbrachte er viel Zeit mit dem Sammeln und unteruschen von Pflanzen. Dieses wichtige Gebiet gehörte damals noch zum Studium der Medizin, und jeder angehende Arzt hatte selbst Arzneien aus Pflanzen herzustellen.

Im Jahre 1735 schloß Linné sein medizinisches Studium an der Universität Harderwijk in Holland ab und ging anschließend an die Universität Leiden. Im gleichen Jahr veröffentlichte er die erste Auflage seines berühmten Werkes Systema naturae, einer Klassifikation aller Organismen. 1738 kehrte er nach Schweden zurück und lehrte an der Universität Stockholm, bis er 1741 einen Lehrstuhl an der Universität Uppsala erhielt. Seine Studenten schickte er in alle Teile der Welt, um Material für seine Sammlungen mitzubringen. Sein wohl berühmtester Student ist Daniel Solander, der als Wissenschaftler an Kapitän Cooks erster Weltumsegelung teilnahm. Er brachte als erster australische und südpazifische Pflanzen nach Europa. Viele seiner Studenten starben auf den Reisen.

Er engagierte sich stark darin, die schwedische Wirtschaft unabhängiger vom Ausland zu machen, besonders dadurch, daß er Pflanzen aus anderen Ländern in Schweden anbaute oder einheimische Pflanzen mit ähnlichen Eigenschaften suchte. Die Erfolge hierbei waren aufgrund des kalten schwedischen Klimas aber eher bescheiden.

Linné wurde Hofarzt der schwedischen Königsfamilie, und 1761 wurde er als Carl von Linné für seine Verdienste geadelt.

In den folgenden Jahren überarbeitete Linné sein System mehrfach unter Einbeziehung der Organismen, die seine Studenten von ihren Reisen mitbrachten, und aus einer kurzen Abhandlung wurde umfangreiche, mehrbändige Bücher.

Nach langer Krankheit starb Linné im Jahre 1778. Wenige Jahre nach Linnés Tod wurde die Linnaean Society in London gegründet. Sie verwahrt den größten Teil des Nachlasses dieses herausragenden Wissenschaftlers.

In seinen religiösen Gedanken war Linné ein naturorientierter Theologe; ein Grundsatz dieser sehr alten Glaubensrichtung ist es, Gottes Weisheit und Ordnung durch das Studium der Natur, also seiner Schöpfung, erfahren zu können. Zeitlebens glaubte er an die Urschöpfung, obwohl er mehr und mehr begriff, daß Lebewesen sich weiterentwickeln können und Arten nicht notwendigerweise konstant erhalten bleiben.

Sein System der Pflanzen gründete sich sehr auf deren Sexualmerkmalen, daher wurde es von Zeitgenossen oftmals als anstössig empfunden, besonders vom Botaniker Johann Siegesbeck. Linné rächte sich dadurch, daß er ein, aus damaliger Sicht, nutzloses Unkraut Siegesbeckia nannte.

Vor Linnés Nomenklatur war es üblich, Organismen mit sehr langen erklärenden, of satzähnlichen Begriffen zu bezeichnen, die von Ort zu Ort stark variierten. Zwar gab es auch schon Versuche einer binären Nomenkaltur, Linné jedoch verwendete eine solche als Erster konsequent und ordnete die Arten in ein hierachisches System ein. Das Geburtsjahr der Nomenklatur ist dasjenige, indem die „ausgereifte” Ausgabe Linnés erschien. Im Jahre 1753 veröffentlichte er die Species plantarum, sodaß die ältesten als wissenschaftlich gültig angenommenen Beschreibungen das Jahr 1753 tragen.
Für die Tiere ist der Startpunkt das Erscheinen der zehnten Auflage der „Systema naturae” im Jahre 1758. Die Arten wurden in diesen Werken hierarchisch angeordnet, nach dem Grad ihrer Verwandschaft.

Hierbei werden heutzutage folgende Unterteilungen verwendet (am Beispiel des Feldmaikäfers):

ReichAnimaliaTiere
StammArthropodaGliederfüßler
KlasseInsectaInsekten
OrdnungColeopteraKäfer
FamilieScarabaeidaeBlatthornkäfer
TribusMelolonthiniMaikäferartige
GenusMelolonthaMaikäfer
SpeciesmelolonthaFeldmaikäfer

Aufgrund der vielen Millionen Arten kommt es versehentlich vor, daß Namen doppelt vergeben werden. Daher ergänzt man bei einer korrekten wissenschaftlichen Artbezeichnung den Autor und das Beschreibungsjahr hinter den zweiteiligen Artnamen. Oft kommt es vor, daß eine Art später in eine andere Gattung verschoben wird. In diesem Falle werden der Autor und das Jahr in Klammern gesetzt. Wissenschaftliche Gattungnamen werden groß, Artnamen klein geschrieben, beide werden normalerwise in kursiv gedruckt.
Der gültige Name für den Feldmaikäfer ist Melolontha melolontha (Linnaeus, 1758). Der Name und das Jahr kommen in Klammern, da Linné die Art ursprünglich in der Gattung Scarabaeus beschrieben hat.

(Oliver Zompro, Kiel 2002)

 

Eine Vielzahl heimischer Arten trägt noch immer den von Linné vergebenen Namen. Sofern bei der Wiedergabe botanischer oder zoologischer Namen der Autor angegeben ist, wird der des Linné mit einem großem „L.” abgekürzt (z. B. Cichorium intybus L.).

Der Name der Familie Linné bedeutet „Linde” und mit einer Linde war das Schicksal der Sippe eng verknüpft. „In Lindegard in Schweden stand eine große, dreistämmige Linde, die der Familienbaum dreier Familien war: Linnaeus (Linné), Lindelius und Tiliander. Alle drei Familien hatten sich nach der Linde benannt. Als die Familie Lindelius als erste ausstarb, vertrocknete einer der Hauptäste. Nach dem Tod der Tochter des Botanikers hörte der zweite Ast auf, Blätter zu tragen. Als dann die letzte der Familie ausstarb, war auch die Kraft des Baumes erschöpft. Er starb ab.” (W. Mannhardt, zit. n. Fischer-Rizzi 1994, S. 138).

 

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