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| Allmende / Körper | |
Ein ganz besonderer Saft.
Text in Vorbereitung, hier Sammlung:
Als Blut sahen die alten ägypter die Morgenröte an. Dieses Blut wurde von der Himmelsgöttin Nut vergossen, die jeden Morgen den Sonnengott Re gebar, den sie am Vorabend verschlungen hatte.
Als Odysseus den Seelen Blut zu trinken gab, indem er dieses in eine eigens gegrabene Grube rinnen ließ, gewannen diese Lebenskraft und kamen herbei. (HOMER, Odyssee 11.20ff.)
Mose erhielt von Jahwe die Gabe, das Wasser des Nil in Blut zu verwandeln (2. Mose 4,9).
In gnostischer Ausdeutung stand die römische Mondgöttin Luna für das Element Wasser, der Sol für das Feuer. Als Paar brachten sie das Blut des Lebens hervor (WALKER, 629).
Als Longinus das an seiner Lanze herabrinnende Blut Jesu berührte, kehrte dem halberblindeten Longinus seine Sehkraft zurück (VORAGINE, 131).
Adam soll wieder zum Leben erweckt worden sein, als über seiner Grabstätte tief unter Golgatha das Kreuz mit dem Menschensohn aufgerichtet worden war. Als Jesus dahinschied, bebte die Erde, sein herabrinnendes Blut tropfte durch einen aufgetanen Spalt hinab auf den längst verstorbenen, den Jesus dann bei seiner Höllenfahrt antraf.
Abendländische Legenden berichten vom Josef von Arimathäa, der das Blut Jesu in einer Schale auffing, die als Heiliger Gral zur Sehnsucht zahlreicher Ritter wurde.
Als der König von Lykien den Christopherus hinrichten ließ, riet der ihm noch, sein Blut zu einem Brei zu rühren und auf seine Augen zu streichen, was dem seine Sehkraft zurückgab und zum Christentum bekehrte (VORAGINE, 253f., Christopherus).
Die germanischen Runen werden in Stäbe geritzt und gerötet, d.h. mit Blut gefärbt.
Ein Bad im Blut des Drachen macht unverwundbar. So badet Siegfried (Sigurd) im Blut des Fafner.
In Drachenblut gehärtet war auch das von Zwergen geschmiedete Schwert Rosen, das Alberich seinem Sohn Ortnit schenkte.
Im iranischen Mythos entstammen die Weintrauben dem Blut des erschlagenen Urstiers Geush-Urvan.
Zu Blut wird die Materie während der alchemistischen Wandlung zum Stein der Weisen, der Unsterblichkeit verspricht und unedle Metalle in Gold verwandelt. (BIEDERMANN, 406f.)
Den Blutfluss soll der Edelstein Jaspis stoppen, der Rubin hingegen seine Gerinnung hemmen.
Ebenfalls zur Stillung von Blutungen soll sich der Blutstein eignen, der darum als Amulett der Krieger galt (Edelsteine in der Medizin I, 29).
Nachdem eine Frau sich den Finger geschnitten hatte, als sie unter einem Wacholder einen Apfel schnitt, tropfte ihr Blut in den weißen Schnee und bald darauf war sie schwanger (GRIMM, KHM, Nr. 47 Von dem Machandelbaum).
Für einen Liebeszauber sollen junge Mädchen laut Magisch-Sympathetischen Hausschatz dem Mann ihres Herzens ihr getrocknetes und pulverisiertes Blut ins Essen mischen, dann müsse er bei ihr um sie werben (Das sechste und siebente Buch Mosis, 145).
Auch für Schadenszauber ist Blut vonnöten. So wird im vorgenannten Buch von einem schadbringenden Verfahren berichtet, bei dem man mit menschlichen Blut einen Kopf an die Wand malt, worin eine Nadel gestochen wird. Der mit der gemalten Figur gemeinte Mitmensch soll davon solange Kopfschmerzen leiden, wie die Nadel nicht entfernt wird (in: ebd., 111).
Als blutstillende Pflanzen gelten Ambrosie, Blutwurz, Echte Brennessel, Flatterbinse, Gänseblümchen, Gemeiner Schneeball, Gänsefingerkraut, Greiskraut, Großer Wiesenknopf, Hirtentäschel, Kanadisches Berufskraut, Melisse, Mistel, Pfennigkraut, Pfingstrose, Preißelbeere, Ruprechtskraut, Schwarzwurz, Wiesenfrauenmantel, Wiesenknöterich und weitere (n. LOSCH, 193 u. a.).
Zur Stillung des Blutflusses wird auch der Heilige Bernhardin von Siena angerufen.
In der Volksheilkunde wird der Blutreinigung besonderes Augenmerk geschenkt. Dabei wird angenommen, daß sich im Laufe der Zeit allerlei Schlacken und Gifte im Blut anreichern, die im Rahmen einer Kur ausgeschwemmt werden. Bevorzugt geschieht das im Frühjahr, wenn nach der vitaminarmen Winterzeit ohnehin eine Änderung im Speiseplan ansteht.
Zur Blutreinigung empfohlen wird ein Tee aus den roten Blüten des Wiesenklees oder der Saft der Brunnenkresse.
Die Legende vom blauen Blut des Adels soll auf die Kreuzfahrerzeit zurückgehen. Die Orientalen hätten und der hellen Haut der dem Adel zugehörigen Ritter die Adern bläulich schimmern sehen, wovon diese Auffassung herstammen soll.
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: werden dem kind unter einem jahr rothe schuh angezogen, so kann es kein blut sehen. (GRIMM, A. 40)
Siehe auch Menstruation.