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 Gottheiten
 
 

Chtonische Gottheiten

(gr. chton, „Erde”) Ein allgemeiner Begriffe für Gottheiten, deren Aufenthaltsort und Wirkungsbereich das Erdinnere ist. Diese Gottheiten stehen in der Regel mit Todes- und Auferstehungskulten in Zusammenhang und ihre Kulte vielfach in Konkurrenz zur Verehrung der Sonnengottheiten.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen (griech., Chton „Erde”), in der griechischen Mythologie sind dies die Erd- und Unterweltgottheiten, deren Kulte ihren Ursprung zumeist im Orient hatten. Zu ihnen gehören Gaia, Demeter (die auch Chtonia heißt), Hades/Plutos, Hekate, Dionysos oder Persephone.
Die Mythen berichten vielfach vom Widerstreit zwischen ihnen und solaren Gottheiten wie Zeus, Athene und Apollo. In etlichen der Geschichten über Herakles, den wohl bekanntesten Helden des mittelmeerischen Altertums wird sein Kampf gegen die dunklen Gottheiten geschildert, die ihm in Gestalt von Riesen, Schlangen, Drachen, Hunden und Ungeheuern aller Art gegenüber standen.

 

Einer der ideologischen Wegbereiter des Nationalsozialismus, Alfred Rosenberg, sowie vor und nach ihm viele andere sahen darin den Widerschein des Kampfes der in den Mittelmeerraum eingedrungenen nordischen bzw. indoarischen Völkerschaften, die sich im Gegensatz zu den vorderasiatischen Völkern befunden hätten. In diesem Sinne sei zum Beispiel auch das Wirken des iranischen Religionsstifters Zarathustra zu verstehen, der gegen die orgiastischen Kulte seiner Heimat vorging und an ihrer Stelle für die alleinige Verehrung des lichten Ahura Mazda focht (A. Rosenberg, Der Mythus des XX. Jahrhunderts, 150. Tsd. München 1934, bes. pp. 32ff.).