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| Wesen | |
Der aus dem griechischen (daimon, Hausgeist oder Schutzengel) stammende Begriff meint ein übernatürliches Wesen, das in Schilderung und Namen weniger faßlich ist als ein Gott. Alles, was sich weder natürlichem oder göttlichem Wirken zuordnen läßt, kann als Eingriff eines Dämons erklärt werden, besonders Unwetter oder Krankheiten, auch Halluzinationen oder Alpträume.
Weiter ist mit Daimon ein persönlicher Schutzgeist oder innere Stimme gemeint.
Der Glaube an eine von Dämonen und Geistern bevölkerte Welt wird als Dämonismus oder Animismus bezeichnet.
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Viele dieser Dämonen tragen Züge älterer Gottheiten, die von der jeweils herrschenden Anschauung in den religiösen Untergrund abgedrängt wurden.
Obgleich Dämonen dem Menschen gegenüber gleichviel gut oder böse sein können und den ungezügelten Naturmächten gleichen, die ohne Ansehen der Person Schaden wie Segen bringen, entwickelten nachbiblisches Judentum und Christentum eine Dämonologie, in der alle diese dämonischen Mächte als Gefolgschaft des Satan bzw. des Teufels Beelzebul (Markus 3,22) in der Hölle angesehen wird. Als personalisierte Geschöpfe und Nachfahren ungehorsamer Engel, die sich mit den Menschen verbanden (1. Mose 6,1-4) sind sie, als ein Kehrbild zu den sieben Erzengeln (Malaak) von Gott wegen ihrer Bosheit verdammt und neben der dem Menschen innewohnende Erbsünde Quelle allerlei Übels.
Nach christlicher Lehre ist die Macht der Dämonen überwunden, Christus selbst trieb als Exorzist zahlreiche von ihnen aus. Dennoch waren die Dämonen als Mächte des bösen Geistes auch den Urchristen Verführer zum Unglauben (Epheser 2,2, 1. Timotheus 4,1). Der Philipperbrief des Paulus verspricht die Ohnmacht dieser Mächte gegenüber dem Namen Jesu Christi, der über alle Namen ist (Philipper 2,9).
Im Mittelalter ordnete man bestimmten Krankheiten bestimmte Dämonen als deren Verursacher zu, als deren Heiler bestimmte Heilige. (HABIGER-TUCZAY, 214)
Der heilige Franz von Assisi lehrte, daß dereinst die gesamte Schöpfung, also auch die mit den Dämonen gleichgesetzten gefallenen Engel, in ein einiges Gottesreich aufgehen werde, wie ihm ein Engel (Seraph) offenbart hatte.
Zur Abwehr der Dämonen bedient(e) man sich (auch) im christlichen Abenland verschiedener Methoden. So kann eine als Dämon erkannte Seuche durch symbolische Hinrichtung einer nach ihm gestalteten Figur bekämpft werden, das Haus schützen grünende Zweige auf dem Dach, der Hirte schützt sich an unheimlichen Orten durch Pfeifen oder Peitschenknallen, widriger Wind wird mit Messern angegangen. Besonders Glockengeläut soll Dämonen wirksam vertreiben.
Als pflanzliche Mittel wurde zur Bindung von Dämonen Bilsenkraut empfohlen, der Abwehr dienen Eibe, Knoblauch oder Wacholder (MALA, 123)
Ein Rauch aus Koriander und Eppich oder Bilsenkraut nebst Schierling soll nach AGRIPPA von NETTESHEIM Dämonen augenblicklich sich versammeln. Man nenne diese Pflanzen daher auch Geisterkräuter. (T. I, c. 43, n. SCHRÖDTER, 106)
Im Zuge der Hexenverfolgung wurde aus Aberglauben grausame Realität, als zahlreiche Frauen und Männer, sogar Kinder, wegen ihres angeblichen Umganges mit Dämonen gefoltert und verbrannt wurden.
Diese Anschauung unterscheidet sich deutlich von jener altgriechischen Auffassung, dergemäß zum Beispiel der Philosoph Sokrates seinem Daimon blindlings vertraute und diesen Schutzgeist (vgl. d. röm. Genius) ebenso fürchtete wie verehrte.
Die Frage nach der Substanz, aus welcher Dämonen bestehen, beantwortet HARTMANN dahingehend, daß alle die gewiß existierenden, physikalisch aber kaum nachweisbaren Kräfte wie Begierden (Kama) und Leidenschaften des Menschen sich ggf. zusammenballen, diese Energie ein Eigenleben entwickelt und weitere Menschen beeinflußt. Da auf der Astralebene jede Form dem Charakter, den sie repräsentiert, entspricht, so kann sich dort eine häßliche Leidenschaft nicht anders als in einer häßlichen Form darstellen. (Seelenbräute und Vampirismus, S. 10)
siehe auch die in Aufbau befindliche Sammlung Dämonen