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 Allmende
 
 

Entrückung

Manch ein mythischer Held starb nicht, sondern wurde auf geheimnisvolle Weise entrückt.

Beispiele für derartig entrückte sind die biblischen Henoch (1. Mose 5.24) und Elias (2. Könige 2) oder der chaldäische Flutheld Xisuthrus.

Als Grund für die Entrückung des Henoch gibt die biblische Genesis dessen gottgefällige Lebensführung, der Hebräerbrief des Neuen Testaments dessen Glauben an: „Durch den Glauben ward Henoch hinweggenommen, daß er den Tod nicht sähe, und ward nicht mehr gefunden, darum daß ihn Gott wegnahm; [..]” (Hebräer 11.5)

Anders als bei der Auferstehung stirbt der Held demnach bei der Entrückung keinen physischen Tod (wie z.B. Jesus, Herakles), sondern „sublimiert” gewissermaßen in den gottnahen Zustand.

Bei den Griechen genossen der Heros Kadmos und der unglückliche Ödipus diesen Vorzug, bei den Römern der mythische Gründer ihrer Stadt, Romulus.
Auch Aristaios, der den Griechen die Kunde vom Bau des Ölbaums brachte, soll irgendwann spurlos verschwunden sein.

In der keltischen Sage ist es König Artus, der nicht starb, sondern von drei Frauen nach Avalon entrückt wurde.

Kurzzeitig entrückt wurde der Apostel Philippus, nachdem er den Kämmerer aus dem Mohrenland getauft hatte (Apostelgeschichte 8,39).

Für die christliche Endzeiterwartung heißt es, alle gläubigen Christen würden von Gott zu sich genommen werden (1.Thessaloniker 4,16-17; 1. Korinther 15,51-52). Wann genau diese Entrückung eintreffen soll, darüber ist sich die Forschung uneins: entweder vor der sieben Jahre währenden Trübsal, an deren Ende Jesus Christus wiederkehrt (Parusie), danach oder auch mittendrin.

„Schnöckell, Carsten, zehnjähriger Knabe in Stettin, dessen Eltern in Kolberg wohnten, ward an einem Freitag im September 1576 entzückt, erfuhr Himmel und Hölle und die Zukunft. Er deutete einiges Zukünftige dunkel an und ging dann für immer verloren; er wurde wahrscheinlich, wie Berichterstatter Lucas Mützell annimmt, für immer in den Himmel entrückt.” (PEUCKERT i. Handwörterbuch, IX, N. 95)