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| Sonnensystem | |
(lat. terra) Dieser Begriff meint alchemistisch eines der Elemente, astronomisch/geologisch unseren Heimatplaneten, mythisch/religiös die im Weltbild unterhalb des Himmels angesetzte Weltregion, deren Oberfläche die Menschenwelt ist, physikalisch-magisch eine Ableitmöglichkeit für Spannungen oder landwirtschaftlich den fruchtbaren und krümeligen Boden unter unseren Füßen.
Zum Element Erde gibt es einen eigenen Artikel, mythische und religiöse Vorstellungen finden sich im Artikel Menschwelt, die Erdung steht noch aus. Eigene Artikel haben auch Erdgottheiten.
Häufig ist in Sagen und Mythen vom Mittelpunkt der Erde oder von einem Nabel der Welt die Rede. Nach altgriechischer Vorstellung markierte diesen der Omphalos genannte Nabelstein, der in Delphi stand. Nach Erkenntnissen moderner Naturwissenschaft ist diese Vorstellung geographisch nicht richtig, da die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel sei.
Diese Kugel — an beiden Polen ist sie etwas abgeplattet — hat einen Radius von 6378,137 Kilometern (am Äquator) und einen Umfang von 40.075,017 Kilometern (auch am Äquator). Ihre Oberfläche gibt 510,1 Millionen Quadratkilometern Land- und Wassergebieten Raum, von denen diese 29 Prozent, jene 71 Prozent des verfügbaren Platzes einnehmen. Als größte Meerestiefe wurden 11.034 Meter gemessen, der höchste Gipfel ragt 8.848 Meter empor. Weil das Wasser so überwiegt und blau erscheint, wird die Erde auch Blauer Planet genannt.
Obwohl auch die Meeresoberfläche von Temperatur, Strömungen, Salzgehalt, Wind usw. beeinflusst verschiedene Landschaften aufweist, ist die Landfläche doch das reicher gegliederte Gebiet, denn die in die Kontinente und Inseln geteilte Landoberfläche hat bedingt durch Lage (Küste oder Binnenland), Höhe (Tiefebene oder Hochgebirge), Nähe zum Äquator (Tropen) oder Pol (Arktis) und etliche Vorgänge an der Erdoberfläche (Niederschläge, Flüsse, Winde, Vulkane u. v. m.) eine Vielzahl an Klimaten und Landschaftstypen.
Das Innere der Erde soll schalenförmig aufgebaut sein und einem weichgekochten Ei ähneln. Um den Mittelpunkt wird, gleich dem Dotter, ein glühender Erdkern vermutet, der aus bis zu 6.000°C heißem Metall bestehen soll, dabei in einen inneren und einen äußeren Erdkern geschieden ist.Um den Erdkern liegt der aus zähflüssigem Gestein bestehende, nach außen an Temperatur und Dichte abnehmende Erdmantel, welcher von der nur zwischen zehn und hundert Kilometer dicken Erdkruste von der Atmosphäre abgeschlossen ist, wie auch die Eierschale das Eiklar schützt.
Die 5.970 Trillionen Tonnen schwere Erde umkreist als dritter und größter der inneren Planeten (Nachbarn sind nach innen Venus, nach außen Mars) des Sonnensystems mit einer mittleren Geschwindigkeit von 29,76 Kilometern in der Sekunde alle 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden in einem Abstand von maximal 151,9 Millionen (Aphel, 3. Juli), minimal 147 Millionen Kilometern (Perihel, 2. Januar) auf einer eliptischen Bahn, deren gedachte Ebene die Ekliptik ist, einmal das Zentralgestirn Sonne.
Dabei wird die Erde von dem Mond begleitet und rotiert alle 23 Stunden, 56 Minuten, 4.1 Sekunden einmal um sich selbst, weshalb es einander abwechselnde Perioden von Helligkeit (Tag) und Dunkelheit (Nacht) gibt. Die Rotationsachse steht etwas schräg zur Sonne (23° 27’, was zur wechselnd starken Aufnahme von Sonnenlicht führt, wodurch es zu Temperaturunterschieden und damit zu den Jahreszeiten kommt.
Ob das alles so stimmt, wird von einigen Autoren angezweifelt. Manche gehen von einer im Inneren hohlen Erdkugel aus, auf deren Oberfläche wir leben, andere sehen uns an der Innenseite eines kugelrunden Hohlraumes, wieder andere postulieren eine flache Erdscheibe. Auch die These von einer Erdscheibe wird hie und da noch vertreten.
Papst Zacharias (741 bis 752) bannte den Bischof Virgilius, weil der behauptet hatte, die Erde sei eine Kugel.
Der englische Bischof James Ussher (1581-1656) berechnete anhand der Bibel, daß die Erde im Jahre 4004 vor Christi Geburt erschaffen wurde.
Was aus der Erde erwachsen ist, wird nach der Lebensspanne der Erde zurückgegeben; bei der Beerdigung heißt es (in etwa): Aus Erde bis du geworden, zu Erde sollst du werden; das verkörperte Leben kehrt dabei zurück in den Mutterschoß, wenn die Erde als Mutter Erde und All-Gebärerin betrachtet wird.
Der Name des nach der Bibel erstgeschaffenen Menschen, Adam, leitet sich vom hebräischen Wort Adama, Erde, ab.
Der Römer PLINIUS liefert eine Sammelanweisung für das zauberkräftige Eisenkraut, wie sie von keltischen Druiden beachtet wurde. Dernach müsse man beim Aufgang des Hundssterns zunächst die Erde mit Wachs und Honig versöhnen, ehe in sonnen- und mondscheinloser Zeit mit Eisen ein Kreis um das Kraut gezogen wird, das man dann mit der linken Hand pflückt (n. ARENS, 132).
Laut Berechnungen des englischen Erzbischofs James Ussher (1581 bis 1656), der seine Forschung an den Lebensläufen und Stammbäumen biblischer Gestalten festmachte, wurde die Erde am 23. Oktober 4004 vor Chr. erschaffen.