| Farben | ||
Die Farbe des Königtums, der Kardinäle und überhaupt der gekrönten Herrschaft.
In der abendländischen Antike war die phönizische Stadt Tyros Zentrum der Purpurgewinnung. Die Phönizier gewannen den Purpur aus einer bestimmten Art von Meeresschnecken, die demnach auch Purpurschnecken (Fam. Muricaceae) heißen. Diese Tiere sondern den Farbstoff aus speziellen Drüsen ab, vage vergleichbar dem Trick der Tintenfische.
Diese Art der Purpurgewinnung war eine mühselige Angelegenheit. Um nur ein Gramm des Stoffes zu gewinnen, bedarf es etwa 10.000 Schnecken - verständlich, daß der darum extrem teure Purpur den reichen Ständen vorbehalten blieb.
Einen purpurnen Mantel legten die Knechte des römischen Landpflegers Pontius Pilatus dem Jesus um, gaben ihm die Krone aus Dornen auf das Haupt und ein Zepter aus Rohr in die rechte Hand, ehe sie ihn als König der Juden verspotteten, geißelten und schließlich kreuzigten (MATTHÄUS 27,28-30).
Angaben zur Purpurfärberei finden sich in antiken Rezeptbüchern (Papyrus Leyden u. Papyrus Holmensiensis), die man (wahrscheinlich) in einem Grab aus dem dritten Jahrhundert fand und die dem Toten mitgegeben worden waren (GEBELEIN, S. 121f.).