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 Farben
 
 

Weiß

Eigentlich keine Farbe, sondern geradweges eine „Nicht-Farbe” ist das Weiß. Ein Gegenstand erscheint nämlich weiß, wenn das gesamte auf ihn treffende Licht von ihm in das Auge des Betrachters reflektiert.

Das reine Weiß ist die lichte Farbe der Unschuld. Albedo (nach. lat. albus „weiß”) ist in der Klimaforschung das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche. Wie diese den Sonnenstrahl reflektiert, prallt gewissermaßen das Böse am Weißen machtlos ab.

So ist dann Weiß die Farbe der Vollkommenheit und der weißgewandeten Engel, der Hochzeit, der Geburt, auch der Trauer, in der Polarität von Gut und Böse der Gegenpol zum Schwarz. Weiße Kleidung wird von katholischen Priestern an kirchlichen Freudenfesten getragen, vom Papst immer, von Täuflingen, Kommunionskindern und der Braut bei der Hochzeit getragen, worin sich die Symbolik der Reinheit und Unschuld ausdrückt. In Teilen Chinas gilt Weiß dagegen als Farbe der Trauer. Aber auch in Mitteleuropa werden weiße Blumen häufig bei Beerdigungen verwendet.

 

Weitere Sammlung

Das Wasser in Urds Brunnen, in der nordischen Mythologie einer der drei Quellen, die den Weltenbaum Yggdrasil tränken, ist von größter Heiligkeit. Was immer hingegeben wird, wird weiß „wie die Haut, die inwendig in der Eierschale liegt”. Davon haben auch die beiden Schwäne, die an Urds Brunnen leben, weißes Gefieder (Edda, Gylfaginning, 16).

Wenn im alchemistischen Prozeß der Herstellung eines Steins der Weisen die Stufe der Schwärzung vollzogen ist, bei der die Materie im „Bauch der Erde” vergraben wurde, verfaulte und sich schwärzte, so hellt sie sich in der folgenden Phase des Albedo auf und wird weiß, symbolisiert als ein schwarzer Rabe, der sich in eine weiße Taube verwandelt. (BIEDERMANN, 406)

In alchemistischem Zusammenhang ist die Farbe Weiß dem Element Wasser zugeordnet (im Traktat „Quadripartitium Hermetis”, n. BIEDERMANN, 143).

Die Kerzen im christlichen Gottesdienst sind von weißer Farbe.

Dem Einen grauenvolles Klischee, dem Anderen höchstes Glück: weiße Weihnacht und Hochzeit ganz in Weiß.

Dem Jäger soll es seinen nahenden Tod verkünden, wenn ihm auf der Jagd ein weißer Hirsch oder eine weiße Gemse begegnet (WEHR, 133).

Das Weiß ist den Tierkreiszeichen Krebs, Jungfrau und Fische zugeordnet.

Weiß ist eine der liturgischen Farben der katholischen Messe. Diese Farben sind einzelnen Festen und Sonntagen zugeordnet und man findet sie auf Tüchern vor Altar und Kanzel oder am Gewand des Priesters.
Weiß gilt dabei als Farbe der Festlichkeit, der Klarheit, des Lichtes und der Reinheit. Die weiße Albe ist das „hochzeitliche” Gewand der Täuflinge, Erstkommunikanten, Brautleute, und Ordensfrauen am Tag der Aufnahme ins Kloster. Üblich ist die liturgische Farbe Weiß an den Herrenfesten (Ostern, Weihnachten, Epiphanie oder Darstellung des Herrn, Christi Himmelfahrt, Christkönig) und für Feste der Jungfrauen, Mönche und Einsiedler, Priester und Bischöfe und heiliger Eheleute.

Gegen das Verdorren der Weinreben durch den trockenen Wind Lips umliefen die alten Griechen von Methana die Reben mit einem weißen Hahn. PAUSANIAS (Argolis, 34,2)

In China gilt Weiß als Farbe der Trauer, welche alles Unglück auf sich ziehe — der Träger weißer Kleidung bleibe daher von Unheil verschont. Der erfolgreiche französische Bühnendichter Victorien Sardou schrieb seine Erfolge in diesem Sinne einem stets von ihm getragenen weißen Halstuch zu, das ihm ein Chinese geschenkt hatte. (BRASCH, 161)

Eine wahre Rein-Weiß-Ideologie betreibt die Waschmittelwerbung.