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Christkind

Das geschenkebringende Christkind blickt auf eine Tradition zurück, die ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Es wurde zum Nachfolger des Heiligen Nikolaus und zum Vorgänger des neuzeitlichen Weihnachtsmanns.

Im sechsten Jahrhundert verbreiteten sich die Legenden und Sitten rund um den Heiligen Nikolaus. Sein Festtag, der sechste Dezember, war lange jener Tag im Kalender, an dem besonders die Kinder mit Geschenken erfreut wurden.

Als mit dem Protstantismus die katholische Heiligenverkehrung in den evangelischen Gebieten auf Ablehnung stieß, das Volk aber die Sitte des Schenkens beibehalten wollte, trat an die Stelle des Heiligen Nikolaus das Christkind. Ob es Martin Luther selbst war, der diese Wendung „erfunden” hatte, ist umstritten, sicher ist, daß der Reformator in seinen Schriften dem Nikolaus das Christkind beigesellt hatte. Der Tag des Schenkens blieb immerhin lange noch der 6. Dezember, erst allmählich ging der Brauch auf das Weihnachtsfest über, zuletzt in den katholischen Gegenden, wo noch im ausgehenden 19. Jahrhundert die Bescherungen am Nikolaustag üblich war.

Das Christkind selbst wurde seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in den vornehmlich protestantischen Ländern vom Weihnachtsmann verdrängt. Der war das Produkt einer Werbekampagne, die der Coca-Cola-Konzern 1932 geführt hatte. Zwar hatte der Weihnachtsmann in seiner Gestaltung bereits seine Vorläufer, doch noch heute erinnern aber roter Mantel und weißer Bart deutlich an die Farben des Brauseherstellers. Bei den Katholiken hingegen heißt es bis heute: „Wir warten auf’s Christkind.” — auch wenn das im Grunde ein Protestant ist.