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| Feste - Römer | |
(lat. Saturnalia) Das römische Fest zu Ehren des Gottes Saturn wurde zunächst am 17. Dezember gefeiert, später umfaßte es mehrere Tage bis hin zu einer ganzen Woche. Dabei umfaßten die eigentlichen Saturnalien nur die ersten drei Tage, die übrigen vier nannte man Sigillarien. (HEDERICH, Sp. 2167) Ab 217 v. Chr. wurde das Fest, wie überhaupt der Kult des Saturn, nach griechischem Ritus umgestaltet.
Den Auftakt machte ein Opfer vor dem Tempel des Saturnus, an das sich ein allgemeines, öffentlich finanziertes Mahl anschloß. Anfangs gab es für Gerichte, Schulen und Sklaven einen, später drei oder vier, zuletzt fünf Ferientage. Den Sklaven waren diese Tage allerlei Freiheiten eingeräumt, sie durften in Ausgelassenheit mit ihren Herren speisen und zechen (und wurden teils sogar von diesen bedient, HEDERICH, Sp. 2167). Auch das Würfelspiel um Geld, sonst im republikanischen Rom verboten, war während dieser Zeit gestattet.
Gegenseitig gratulierte man sich mit Io Saturnalia (Hurra, S.!) oder Bona Saturnalia (Gute S!) und schenkte sich kleine, sigillaria genannte Tonfiguren, die man auf einem zum Fest gehörigen Markt Geschenke einkaufte. Weitere übliche Geschenke waren Kerzen.
Geleitet wurden die Saturnalien von einem Saturnalienfürsten, dem Saturnalicius princeps.
Die Gestaltung des Festes mit seinem Termin nach der Winteraussaat, den Kerzen und dem Beisammensein von Herrn und Knecht deuten darauf hin, daß der Ursprung der Saturnalien ein altes bäuerliches Winterfest war, zudem war Saturn ein altitalischer Gott.
In späterer Zeit verlegte man die Saturnalien auf den Jahresbeginn. Die in Frankreich noch heute üblichen Neujahrsgeschenke (étrennes) gehen auf diesen Brauch zurück (altlat. strena, Neujahrsgeschenk).
Ebenso sind Züge der Saturnalien im deutschen Weihnachtsfest sowie im Karneval enthalten.
Quelle:
Die Darstellung folgt LAMER, Wörterbuch der Antike, 651f., soweit nicht gesondert angegeben.