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Silvester

(auch Sylvester) Der nach Papst Silvester benannte letzte Tag des Jahres (31. Dezember).

Dieser Tag ist vielfach Gelegenheit für ausgelassene Feiern, um Mitternacht wird mit Feuerwerk und Sekt das neue Jahr begrüßt.

 

Brauchtum und Aberglaube zu Silvester

Ein gekochter Schweinsrüssel, am Silvesterabend zu sich genommen, sichert für das kommende Jahr gute Geschäfte. Zu Reichtum soll auch verhelfen, sich mittags eine Erbsensuppe schmecken zu lassen.

Die Zwölf Nächte (auch Rauh-, Rau- oder Rauchnächte) „zwischen den Jahren” gelten als günstige Zeit für die Zukunftsdeutung. Vor der wilden Jagd schützt man sich durch Lärm und Kreuz.

Wenn am Silvesterabend Späne im Ofen verbrannt werden, so bewirkt die Murraue, daß allerhand Ratten, Mäuse, Schaben, Kröten und Frösche ins Haus kommen werden. (KUHN u. SCHWARZ C. 182)

Das zu Silvester beliebte Bleigießen, wobei das verflüssigte Blei in Wasser gegeben und aus der Form der erstarrten Masse geweissagt wird, zählt nach Agrippa von Nettesheim eine der vier elementarischen Wahrsagekünste (De Occulta Philosophia, Kap. LVIII; Neudruck p. 274, zit. n. SCHRÖDTER, 72).

„In Ilseburg am Harz verkleiden sich die jungen Bursche am Abend vor Neujahr (...) und ziehen lärmend auf den Straßen umher.” (KUHN u. SCHWARZ, C.5)

Der „Magisch-Sympathetische Hausschatz” empfiehlt, während der Predigt in der Silvesternacht vom Hof des Nachbarn Holz zu stehlen. Dann werde einen das ganze kommende Jahr über der Förster nicht ertappen, wenn man verbotenerweise im Walde Holz holt Das sechste und siebente Buch Mosis, 136).

Gleich Quelle rät Unverheirateten als ein Hochzeitsorakel, in der Silvesternacht mit Lichtern in den Händen vor einen Spiegel zu treten und dreimal den eigenen Namen zu rufen. Dann zeige sich der oder die Zukünftige (ebd.).

Wohl die Farbe der gelben Möhre führte zu dem Rat, man solle an Silvester oder an Neujahr Möhren essen, damit einem das Jahr hindurch nicht das Geld ausgehe. (BÄCHTOLD-STÄUBLI, VI, 454)

Es heißt, bestimmte Tage seien „dem Liebeszwange besonders günstig; es sind dies Johann (24. Juni), Andreas (30. November) und Sylvester (31. December).” (FRISCHBIER, 161)

 

Im Samland fütterte man die Hühner am Sylvesterabend mit weißen Erbsen, damit sie gut legen. In Masuren schüttelte man am Sylvesterabend den Grenzzaun und sprach dabei: „Die Eier sind für uns, und das Krakeln für euch!” Dieser Zauber soll bewirken, daß die Hühner des Nachbarn ihre Eier bei einem selber legen, beim Nachbarn jedoch ihr Futter suchen. (krakeln = scharren; FRISCHBIER, 130f.)

Ein Mann soll in der letzten Nacht des Jahres nackt einen Apfelbaum schütteln. Das gewähre das folgende Jahr stete Potenz — sagt man in Tirol.

Ehedem hieß es, man solle Silvester den Teller nicht ganz lehren — dann leide man das ganze Jahr keinen Hunger.

An Silvester soll man Erbsensuppe oder Karpfen essen — beides bringe Glück für das kommende Jahr.

Die Silvester gern verspeisten Berliner (Krapfen, Pfannkuchen) sollen Geister günstig stimmen.

Silvester soll man einen Besen vor die Tür legen. Glück hat, wer im neuen Jahr als erster darüber schreitet.

In Griechenland werden zum Jahresende mitternachts die nach dem Heiligen Basilius (Fest: 2. Januar) benannten Basiliusbrote angeschnitten. In jedes Brot ist eine Münze eingebacken, welche dem zukommt und Glück bringen soll, der sie findet.

In Italien sollen Frauen rote Wäsche tragen — das halte böse Männer fern.

 

Siehe auch Neujahr.