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Aschermittwoch

Im katholischen Kirchenjahr der siebte Mittwoch vor Ostern. Mit dem Aschermittwoch endet die Karnevalszeit. Es beginnt nach den ausgelassenen Feiern nun eine Zeit der Buße, in welcher der Christ fastet und betet. Dem katholischen Christen wird, als Zeichen gottgefälliger Bußgesinnung, mit geweihter Asche, das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet.

Asche war man und zu Asche soll man werden, heißt es. Auch mythische Wesen gingen durch das Feuer. Herakles setzte seinem Leben ein Ende, indem er sich verbrannte und nach Elysion gelangte, der Vogel Phoenix entsteigt verjüngt dem Feuer.

Asche war schon im alten Indien ein Mittel der Entsühnung. Die Römer gingen Anfang März in Sack und Asche, um so ihre Sünden wiedergutzumachen. Vorher wurde ausschweifend gefeiert, damit sich die Entsühnung auch lohne, denn der zum März sterbende Mars nahm die Vergehen mit sich in den Orcus. Der Dies Martis, der „Tag des Mars”, wurde als Fastnachtsdienstag so zum Abschluß der ausgelassenen Zeit.

Eingeführt hatte den Aschermittwoch Papst Gregor I., der mit diesem Tag einen deutlichen Schlußpunkt unter die ausgelassenen und ausschweifenden heidnischen Fastnachtsbräuche zu setzen suchte.

 

Mancherorts verhängte man Aschermittwoch zu Beginn der Fastenzeit den Altar mit leinenen Tüchern. So wußten die Leute, daß nun die Zeit des Fastens und der Buße gekommen war und sagten einander: „Das Hungertuch hängt”. Daher soll der Ausspruch „am Hungertuch nagen” herstammen.

 

In der Gegend von Querfurt und Sangerhausen heißt der Aschermittwoch „Knoblichsmittwoch”. An diesem Tag darf nicht gesponnen werden, weil man sonst krumme Gänse und Küchel bekomme. An mehreren Orten heißt dieser Tag darum auch „krumme Mittewoche.” (KUHN u. SCHWARTZ, G. 10)

In der „Chemnitzer Rockenphilosophie” heißt es: „am aschermittwoch jagt der teufel das holzweiblein im walde.” (GRIMM, A. 469)

 

Wetterregeln

Wenn es am Aschermittwoch schneit, soll es in dem Jahr noch vierzig Male schneien.

Wie das Wetter am Aschermittwoch ist, so soll es über die ganze Fastenzeit sein.

Regen am Aschermittwoch — Dürre im Sommer.