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Karfreitag

kar, chara (ahdt.) „Kummer”, „trauern”. An diesem abschließenden Tag der Karwoche wurde nach christlicher Überlieferung der Erlöser Jesus Christus ans Kreuz geschlagen.

 

Volks- / Aberglauben

Der Bauer, der sein Vieh vor Seuchen beschützen will, schlage am Karfreitag drei Nägel ins Holz der Stalltür.

Der Karfreitag gilt als einer der „guten Laßtage” und als günstiger Zeitpunkt für den Aderlaß.

„Gegen Kopfschmerz hilft Fasten am Charfreitage.” (Pr. Prov.-Bl. VIII, S. 186f., n. FRISCHBIER, 73)

Am Karfreitag zu dursten soll das ganze Jahr über vor Schaden durch Trunk bewahren (GRIMM, III, 468, Nr. 913).

charfreitagsregen muß man mit nadeln aus der erde kratzen, denn er bringt große dürre.” (GRIMM, III, 474, Nr. 1044)

Am Karfreitag gebackenes Brot wird erst dann schimmeln, wenn sein Bäcker unaufrichtig geworden ist.

Im Aberglauben heißt es, wer am Karfreitag Fleisch ißt, der bekomme davon Warzen (WEHR, 222).

Am Karfreitag soll man vor Sonnenaufgang kreuzweise die Nägel von Händen und Füßen schneiden und sie zu einem Kreuzweg tragen. Das verhindere dauerhaft Zahnschmerzen (Das sechste und siebente Buch Mosis, 134).

Zur Herstellung einer Freikugel gibt es verschiedene Wege, die allesamt etwas frevelhaftes haben. Zum Beispiel feuern angehende Freischützen am Karfreitag auf ein Kruzifix - soviele Treffer sie erzielen, so viele ihrer Kugeln werden am kommenden Tag ihr Ziel treffen, selbst dann, wenn der Jäger sein Ziel gar nicht sieht (BIEDERMANN, 171f.).

Der Karfreitag soll für die Aussaat von Flachs (Das sechste und siebente Buch Mosis, 137) und Kartoffeln (WEHR, 141) sowie Kürbis (PICKERING, 190) günstig sein.

In Pforzheim sagte man: „wer charfreitag linsen ißt, dem geht das jahr über sein geld nicht aus”. (GRIMM, A. 586)

Die Wurzel der Pfingstrose soll man am Karfreitag sammeln.

  Ein schöner Artikel (nicht nur) über den Karfreitag und den Fleischverzicht an diesem Tage: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,542764,00.html