| Feste | ||
kar, chara (ahdt.) Kummer, trauern. Die Karwoche ist Abschluß und Höhepunkt der vierzig Tage währenden, am Aschermittwoch beginnenden Passionszeit, die auch Fastenzeit ist.
Während dieser Zeit, die wegen der Leiden Christi eine ernste ist, schweigen die Kirchenglocken. Es heißt, die Glocken fliegen nach Rom und statt ihrer verwendet man im Gottesdienst hölzerne Schnarren.
Erster Tag der Karwoche ist der Palmsonntag (lat. Palmarum), dem Einzug Jesu Christi in Jerusalem (Matthäus 21,8). Seit dem achten Jahrhundert wird zur Erinnerung daran dieser Tag mit Palmprozessionen begangen. Die dabei benutzten Palmzweige werden wohl bewahrt, da sie Haus und Hof vor Ungeziefer schützen sollen.
Gründonnerstag, am Vorabend des Karfreitag, feierte Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl.
Karfreitag wurde Jesus der Überlieferung zur Folge von seinem Jünger Judas verraten, im Garten Gethsemane gestellt und schließlich gekreuzigt. Der Karfreitag ist höchster Feiertag im Protestantismus, beim Fasten wird an ihm insbesondere auf den Genuß von Fleisch verzichtet.
Ihm folgt der Karsamstag. An diesem Tag sollen sich Jesu Jünger vor den Häschern versteckt gehalten haben und Jesus für Tod erklärt worden sein. In Erinnerung daran finden am Ostersonnabend keine Gottesdienste statt, die Altäre bleiben ungeschmückt.
Er leitet das Osterfest ein.
Die Karwoche soll günstig für das Legen von Kartoffeln sein, besonders der Gründonnerstag und der Karfreitag (WEHR, S. 141).