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| Feste | |
(auch Mariä Reinigung, Mariä Kerzenweih) Am 2. Februar macht die Sonne einen Sprung und die Tage werden von nun an deutlich länger — so die volkstümliche Weisheit:
Bei Neujahr wächst der Tag einen Hahnenschritt,
bis Dreikönig einen Hirschensprung
und bis Lichtmeß eine ganze Stund’.
Mit diesem katholischen Fest endet die Weihnachtszeit, es wird ~40 Tage nach Weihnachten mit Lichterprozessionen begangen. Man gedenkt dabei des ersten Tempelbesuchs des Jesuskindes mit seiner Mutter Maria (Darstellung Jesu, der Seher Simon soll Jesus dabei Licht zur Erleuchtung der Heiden genannt haben).
Der Zeitraum von 40 Tagen zwischen Weihnachtsfest und Lichtmeß rührt vom biblischen Gesetz her, nach dem eine Mutter nach ihrer Niederkunft sieben Tage für unrein galt, wenn sie einen Sohn geboren hat. Am achten Tage wurde die Beschneidung des Knaben vollzogen und im Anschluß hatte sich die Wöchnerin noch 33 von der Gemeinschaft fernzuhalten. Ist das Kind ein Mädchen, währt die Unreinheit 14 Tage und die Isolationszeit 66 Tage (3. Moses 12,2-5). Als Abschluß hatte die Frau ein Sündopfer darzubringen, um sie mit ihrem Gott zu versöhnen, im Christentum Aussegnung genannt.
Vor der Christianisierung feierte man in Rom die Juno Februata als jungfräulicher Mutter des Mars, den sie nur mit Hilfe einer Lilie empfangen hatte. Zu Ehren der Göttin wurden Lichter abgebrannt. Dieses Fest, das die Kelten als Imbolg kannten, wurde von der christlichen Kirche zu Mariä Lichtmeß umgedeutet (WALKER, 611).
Unumstritten war dieser Schritt nicht, denn er impliziert, daß Maria durch die Geburt Jesu Schuld auf sich geladen habe. Beim Konzil zu Konstantinopel (Trullanum) wurde dann auch versucht, dieses Fest abzuschaffen. Offenkundig mißlang dies, wohl weil dieses Fest zu tief im Volk verwurzelt war.
Seit 1969 wird Lichtmeß Darstellung des Herrn genannt.
Zu den Bräuchen an Lichtmeß gehört das Weihen von Donnerkerzen, Lichterprozessionen erhellen die noch dunkle Jahreszeit. An diesem Tag begann traditionell die bäuerliche Arbeit.
Wenn nach der Lichterprozession die Kerzen geweiht sind, nimmt sich der Hausvater drei Tropfen des Wachses vom Gottesdienst mit, das er, auf im Hause gebackenes Brot gebracht, den Kindern und dem Vieh zeigt. Davon erhofft man sich Schutz vor Krankheit, Tod und Unwetter (Vom Volksbrauch im Winter, 58).
Lichtmeß geborene Kinder sollen die Gabe der Hellsichtigkeit besitzen (ebd., 58).
Lichtmeß gilt auch als Termin größerer Hexensabbate, markiert der Tag doch im heidnischen Kalender den Frühlingsanfang. Die geweihten Kerzen dienten auch darum besonders der Abwehr von Krankheiten und Unwettern, da man als deren Auslöser die Einwirkung von Dämonen und Hexerei unterstellte (PICKERING, 198). Der Blick in die Flamme soll auch zur Vorhersage taugen.
Besonders wertvoll sollen die geweihten Kerzen sein, wenn Mariä Lichtmeß auf einen Sonntag fällt (Vom Volksbrauch im Winter, 58).
wenn die weiber auf lichtmesse bei sonnenschein tanzen, so geräth ihnen der flachs dasselbe jahr. (GRIMM, A. 78)
Lichtmeß ist Ziehtag des Gesindes, man praktiziert dann Riten zum Schutz von Haus und Hof und man erfleht den Segen der höheren Mächte; das Wetter zu dieser Zeit verweist auf die Witterung des kommenden Jahres. (LECOUTEUX, 221)
Bauernregeln zu Lichtmeß siehe unter 2. Februar.