Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Feste
 

Maifest

Am 1. Mai wird in vielen Gemeinden der Maibaum, oft eine Birke, als Symbol der Fruchtbarkeit errichtet. Dieser Baum wird in der Nacht zum 1. Mai gefällt, die dabei verwendete Säge zuvor mit Bier übergossen. Auf dem Dorfplatz wird der Baum bis zum Wipfel entastet und reich geschmückt, besonders mit bunten Bändern. Während der Nacht wird der Maibaum bewacht, da ein beliebter Spaß ist, den Maibaum des Nachbardorfes zu entwenden und nur gegen gehörige Auslöse wiederherzugeben.

Kann der Maibaum glücklich aufgerichtet werden, feiert das ganze Dorf das Maifest. Besonders die jungen Männer versuchen, den Maibaum zu erklettern und eines der Bänder zu erhaschen, weil dies als Gewinn des Sommers gilt und Heirat und Kindersegen erhoffen lässt.

In der Nacht zum 1. Mai, der Walpurgisnacht, versammeln sich die Hexen zu ihren Sabbaten. Bevorzugt auf Besen fliegen sie zu ihren Versammlungsorten, deren bekanntester der Blocksberg im Harz ist.

In diesen Vorstellung von finsteren Machenschaften der Hexen dürfte die Sorge der herrschenden Religion zum Ausdruck gekommen sein, alte, heidnische Gottheiten könnten wieder die Oberhand gewinnen und so suchte man die ausgelassenen Maifeiern zu unterdrücken.

Denn die Gebräuche zu den Maifesten sollen von Kulten um eine alte Frühlingsgöttin her stammen. Die Göttin sollte nach der dunklen Winterszeit nun das Land mit reicher Fruchtbarkeit segnen. Dazu sollte sie sich in Heiliger Hochzeit mit ihrem Bräutigam vermählen — man beachte das Aufrichten des Maibaums — der als Laubmann, Pfingstbutz, Wilder Mann oder Grüner Georg bekannt war (FISCHER-RIZZI, 1994, S. 21).

Weil eine Unterdrückung der Maifeiern nicht gelingen konnte, widmete man die Feste zu Ehren der Frühlingsgöttin zum Fronleichnamsfest um.