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Zu Ostern feiert die Christenheit nach dem ersten Vollmond im Frühling die Auferstehung des Erlösers und Heilands Jesus Christus. Nachdem in der vorangehenden Karwoche die Leidensgeschichte Jesu mit dessen Kreuzigung ihren Abschluß findet (Karfreitag), harren in der Nacht zum Ostersonntag die Christen in freudiger Erwartung seiner Auferstehung. Der Überlieferung zufolge fand sich an diesem Tag sein Grab leer.
Das Osterfest ist als Ausdruck der Hoffnung auf Auferstehung und neues Leben das höchste Fest der Christenheit, mit dem die vierzig Tage währende Zeit des Fastens endet.
Ostern als Frühlingsfest ist ein sehr altes Fest. Osterfeuer und der Osterhase deuten auf heidnischen Wurzeln.
Die Osterfeuer symbolisieren mit ihrem Licht und ihrer Wärme die wiedererstarkende Sonne nach der langen und dunklen Winterzeit. Entsprechend ausgelassen werden diese Feierlichkeiten mit reichlich Alkohol begangen.
Der Osterhase war Begleiter der Frühlingsgöttin Ostara (deren Existenz allerdings fraglich bzw. umstritten ist) und Fackelträger der Erdgöttin Holda. Der vermehrungsfreudige Hase verkörpert besonders Fruchtbarkeit und die Lust am Leben. Etwa seit dem 16. / 17. Jahrhundert ist der Osterhase auch mit dem christlichen Osterfest verbunden.
Beliebt sind zu Ostern bunt bemalte Eier, wie der Hase sind sie der Ostara geheiligt. Als Symbol werdenden Lebens hängt man sie in die zu dieser Zeit noch kahlen Sträucher.
Osterkerzen symbolisieren das Licht des Lebens. Sie tragen ein Kreuz, das Sonnenlicht oder ein Lamm als Motiv. Seit dem 4. Jahrhundert soll es diese Kerzen geben.
In der Nacht zum Ostersonnabend, dem Judassamstag, werden Kräuter gesammelt, die in dieser Zeit besonders wirkkräftig seien.
Ein weiterer Brauch ist - wenigstens bei den katholischen Christen - das Osterwasser. In der Nacht zum Ostersonntag wird bis Sonnenaufgang das reine Wasser aus Quellen und Brunnen geschöpft. Es wird gegen allerlei Krankheiten, besonders Ausschlag und Augenleiden, verwendet. Auch das Vieh wird in Bäche getrieben.
Beliebt ist auch der Osterspaziergang am Ostermontag. Bei einem solchen Anlaß begegnete Faust dem schwarzen Pudel, dessen Kern der Teufel Mephistopheles ist (Goethe, Faust).
Den Ostermontag nennt man auch Emmaustag.
Anders als Weihnachten ist der Ostertag nicht auf einen bestimmten Tag im Jahr gelegt. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu am dritten Tage nach dem jüdischen Passahfest. Dieses findet nach dem ersten Vollmond des Jahres nach dem babylonischen Kalender statt (am 14. Nisan).
In der westlichen Kirche wird Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (21. März) gefeiert, eine Anpassung an den Gregorianischen Kalender. Ostern fällt demnach immer in den März oder den April (spätester möglicher Termin ist der 25. April).
Zum Osterfeststreit siehe Ostersonntag.
Auf das Osterfest folgt nach 50 Tagen das Pfingstfest, mit dem der Osterfestkreis im Kirchenjahr schließt.
Am Ende des Lebens zwischen Ostern und Pfingsten zu sterben soll auf eine gute Lebensführung hindeuten.
Hautkrankheiten aller Art, z. B. Ausschläge oder Geschwüre, sollen durch ein Bad im Freien am ersten Osterfeiertage vor Sonnenaufgang gelindert werden (FRISCHBIER, 66).
Christkind im Schnee, Ostern im Klee.