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(griech. pentekoste hemera, der Fünfzigste [Tag nach Ostern]) Das christliche Fest, welches 50 Tage nach Ostern begangen wird, findet (wegen der Abhängigkeit des Ostertermins vom Mondstand) frühestens am 10. Mai, spätestens am 13. Juni statt und umfaßt zwei Feiertage. Es erinnert an die Herabkunft (Ausgießung) des Heiligen Geistes zu den Jerusalem versammelten Aposteln (Apostelgeschichte 2, 1-13). Dabei begannen sie alle in für Außenstehende unverständlicher Sprache die gleiche Botschaft zu reden (mit diesem Wunder zeigte sich die Wirkung Gottes auch nach der Himmelfahrt Christi), zudem erschienen Feuerzeichen am Himmel.
Der Tag des Ereignisses gilt als Gründungstag der christlichen Kirche.
Juden aus aller Herren Länder hatten sich an diesem Tag in Jerusalem versammelt, um dort das Erntefest Schawuot zu begehen, eines der drei großen jüdischen Feste, das sieben Wochen und einen Tag nach Passah gefeiert wird und an den Erhalt der Gesetze am Sinai erinnert (2. MOSE 19), zudem Erntefest ist.
Auch das christliche Pfingstfest ist ein Erntefest in dem Sinne, daß Jesus Christus mit der Gründung der Kirche die Ernte für sein Wirken auf Erden einfahre.
Das Pfingstfest ist seit dem 3. Jahrhundert bezeugt und schließt im Kirchenjahr den Osterfestkreis ab. Die älteste überlieferte Darstellung des Pfingstwunders stammt aus dem Jahre 586 und ist eine Miniatur im syrischen Rabbula-Evangeliar. Es zeigt mit dem Feuer und der Taube beide Symbole Pfingstens: Maria steht inmitten der zwölf Apostel, über deren Häuptern Flammen züngeln, über Allem schwebt die Taube herab.
Pfingstsonntag und Pfingstmontag sind in Deutschland staatliche und kirchliche Feiertage.
Im Pfingstwunder klingen Vorstellungen einer gottgegebenen Gabe des Sehens an. Auch die Dichter der Alten (z.B. Homer) sahen ihr Wissen als Gabe höherer Wesen an.
Im Mittelalter zählte man die Jahre vielfach von Pfingsten zu Pfingsten. Das ist bisweilen der Grund, warum in alten Chroniken Jahreszahlen bisweilen um ein Jahr gegenüber jüngeren Darstellungen abweichen.
Das Pfingstfest ist mit vielen alten (Mai-)Bräuchen verknüpft, teilweise vermengt sich das Brauchtum mit den Festlichkeiten am Maifeiertag.: Flurumritte, Ringreiten (Pfingstreiten), Königsschießen (Schützenfest), Jahrmärkte finden statt. Mancherorts wird ein geschmückter Pfingstochse durch die Straßen geführt.
Das Kranzstechen ist in Dithmarschen Pfingstbrauch. Reiter versuchen dabei, mit einer Lanze eine durchlöcherte Scheibe (den Kranz) zu treffen.
Aus dem Erzgebirge ist der Pfingstlümmel bekannt. Derjenige Hütejunge, der zu Pfingsten als letzter auf dem Dorfplatz erschien, wurde als Langschläfer das ganze Jahr über mit diesem Ausdruck gehänselt.
Wie alle traditionellen Festtage ist auch das Pfingstfest mit allerlei volkstümlichen Vorstellungen verbunden. So gilt es als für das ganze Leben Glück verheißend, am ersten Tag des Festes geboren zu sein (Glückskinder). Am Ende des Lebens zwischen Ostern und Pfingsten zu sterben soll andererseits auf eine gute Lebensführung hindeuten.
Zu Pfingsten in Bächen und Flüssen zu baden soll vor Krankheiten bewahren, neue Kleidung anzulegen Glück bringen und gesammelter Morgentau eine reine Haut bescheren.
Am Pfingstmorgen vor Sonnenaufgang soll man gemäß Magisch-sympathetischen Hausschatz schweigend Wasser aus einem stillstehenden Gewässer schöpfen und aufheben, das helfe gegen schlimme Augen (Das sechste und siebente Buch Mosis, 46).
Ein alter niederländischer Brauch ist die Kür einer Pfingstkönigin, der bereits aus der Zeit des Bischofs Albero von Lüttich (gest. 1155) überliefert ist. Später pflegten arme alte Frauen zu Pfingsten ein Mädchen mit Blumen und Bändern zu schmücken und diese pinxterbloem auf einem Wagen sitzend herumzuführen um so Geld zu erbetteln. Dieser Brauch erinnert an die alten Umzüge der Göttin. Pinxterbloem ist auch Name der zu dieser Jahreszeit blühenden Schwertlilie Iris pseudacorus, die auch sonst nach Gottheiten benannt ist. (GRIMM, 657)