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| Feste | |
Vornehmlich in der Nacht zum 1. Mai versammeln sich die Hexen zu ihrem Hexensabbat. Bevorzugt auf Besen, auch auf Ziegenböcken, Gänseküken oder Kutschen, die von vier Enten gezogen werden, fliegen sie zu ihren Versammlungsorten, deren bekanntester der Blocksberg (Brocken) im Harz ist.
Wo der Aberglaube schießt, werden in dieser Nacht Rituale zur Vertreibung der Hexen vollzogen. Für wirksam gelten Lärmen mit Stahlgerät, Geläut von Glocken und die Verbrennung von Strohpuppen.
Wer hingegen die Hexen beim Auszug beobachten möchte, der muß um das Dorf eine Furche ziehen. Unter den Pflug kauere man sich und harre der Dunkelheit. Die zu ihrem Tanzplatz reisenden Hexen erscheinen dem Beobachter dann wie eingangs beschrieben (KUHN u. SCHWARTZ, 378).
Walpurgis war eine Frühlingsgöttin, deren Heilige Hochzeit in weiten Gebieten Deutschlands mit ausgelassenen Festen gefeiert wurde. Im Nordharz geht der Glaube, die Hexen tanzten in dieser besonderen Nacht den Schnee endgültig weg, so daß endlich Frühling werden kann. In Sachsenburg, Unseburg und Wernigerode wird angenommen, daß die Hexen am zwölften Tage wiederkehrten, um zu sehen, daß der Schnee wirklich verschwunden ist. Statt ihrer und dem Teufel ist auch vom großen Riesen und den kleinen Zwergen die Rede (KUHN u. SCHWARTZ, 376).
Die christliche Mission machte aus Walpurgis die heilige Walburga, die im 8. Jahrhundert als Äbtissin dem Doppelkloster von Heidenheim vorstand. Hier lebten Männer und Frauen in Kultgemeinschaft und führten christlich verbrämt alte heidnische Kulte fort.
Das Fest der Walburga wurde im Heiligenkalender auf den 25. Februar gelegt, dem Tag der Überführung ihrer Gebeine in das Kloster Eichstätt. Offensichtlich sollten Walburga und die Feste der Maikönigin zeitlich getrennt werden, um den Faden zu den heidnischen Wurzeln abzuschneiden.
Das ist aber nicht recht gelungen, denn Walpurgisnacht und Maifeiern sind nach wie vor nicht nur bei Hexen beliebt und volkstümlich.
Ein Aberglaube rät, in der Walpurgisnacht die Stalltüren mit drei Kreuzen zu versehen, damit die Hexen weder einem selbst noch dem Vieh schaden können. Man soll zu solchem Zwecke auch Kreuzdorn auf Krippen, Futtertröge und Stalltürschwellen nageln. (Sechstes und siebentes Buch Mosis, 135) Auch die Chemnitzer Rockenphilosophie rät, vor Walpurgis Kreuze an die Türen zu schreiben, damit die Hexen nicht schaden. (GRIMM, A. 90)
Von Hexen, die sich in der Walpurgisnacht versammeln und ein Kind schlachten wollten, erzählt eine in Neppermin auf der Insel Usedom spielende Sage. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 32)
Ein in Swinemünde ansässiger Schwede erzählte von einem Maitagshorn, das bei Rönneby zu Walpurgis bei der Hexenversammlung in Gebrauch war.
Am Walpurgisabend soll man Gurken und Kürbisse stecken, da sie dann nicht erfrieren. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 137)