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| Feste | |
Das Weihnachtsfest ist in Rom erstmals 354 urkundlich nachgewiesen, seine genaue Entstehung ist unklar. Zunächst feierte man besonders in den östlichen Regionen des Reiches die Epiphanie Christi, von Rom aus begann sich dann der 25. Dezember durchzusetzen, der eigentlich Geburtstag des mit dem Sonnengott (Helios, Sol Invictus) gleichgesetzten Mithras war. (LAMER, 804)
Das germanische Heidentum sah um Mittwinter (21. Dezember) die wihen nahten (mhd.), die heiligen (weihen) Nächte herannahen, die zwölf Nächte, in denen beispielsweise Wodans wütendes Heer oder die Wilde Jagd brausten.
Es ist die Zeit nach der Wintersonnenwende, in der das Jahr seine dunkelste Jahreszeit erlebt, ab der die Tageslänge aber wieder zunimmt. Die Sonne wird gleichsam wiedergeboren, um im Frühling gleiche Länge wie die Dunkelheit zu erlangen und den Winter für das Jahr endgültig zu besiegen, ehe sie in schier endlosem Zyklus nach der Sommersonnenwende allmählich abstirbt, um aufs Neue wiedergeboren zu werden.
Schokoladen-Weihnachtsmänner Die übliche Ausprägung dieser Schokoladen-Hohlkörper geht auf neuzeitliche Werbung zurück. Siehe Weihnachtsmann. |
Das Weihnachtsfest wurde nun zur Freude über die Geburt des Erlösers Jesus Christus durch die Jungfrau Maria am Vorabend (Heiligabend) gefeiert.
Der Termin des Weihnachtsfests war bis ins Mittelalter hinein gleich dem Jahresbeginn, die Festlichkeiten wiesen teilweise noch Züge der heidnischen Saturnalien auf. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 wurden Weihnachtsfest und Neujahr wieder getrennte Anlässe. (LAMER, 804)
Weihnachten spielt in Bauernregeln als Wetterlostag seine Rolle, dazu siehen den Artikel Weihnachtswetter.
Wer in der Weihnachtszeit Hering ißt, den sollen das ganze Jahr über Wohlstand und Glück begleiten. (WEHR, 112)
In der ganzen Ukermark riet man, während der Zwölften, besonders aber zu Weihnachten, solle man grünen Kohl, einen Schweinskopf und Lungenwurst essen. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 161)
Am ersten Weihnachtstag oder Neujahr fütterte man im Samland all sein Vieh frühmorgens mit ungedroschenem Getreide oder Körnern aller Art. Das sollte die Fruchtbarkeit des Viehs fördern. (FRISCHBIER 130)
In Berlin gehen auf dem Weihnachtsmarkt Knaben umher, welche sogenannte Waldteufel feil bieten; dies sind unten offene Pappcylinder, welche oben mit einigen Pferdehaaren an einem hölzernen Stiel befestigt sind und wenn sie geschwungen werden, einen brummenden Ton von sich geben. Auch Holzknarren und Papierfahnen werden um diese Zeit verkauft. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 134)
wer unter der frühpredigt des ersten weihnachtstages geboren wird, kann geister sehen. (GRIMM, A. 880)
In Bielefeld sagte man: weihnachten zwischen XI und XII wird das wasser wein, und das vieh steht auf; wer es aber untersuchen will, erblindet, ertaubt oder ist ein kind des todes. (GRIMM, A. 792)