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 Feste
 
 

Weihnachten

Das Weihnachtsfest ist in Rom erstmals 354 urkundlich nachgewiesen, seine genaue Entstehung ist unklar. Zunächst feierte man besonders in den östlichen Regionen des Reiches die Epiphanie Christi, von Rom aus begann sich dann der 25. Dezember durchzusetzen, der eigentlich Geburtstag des mit dem Sonnengott (Helios, Sol Invictus) gleichgesetzten Mithras war. (LAMER, 804)

Das germanische Heidentum sah um Mittwinter (21. Dezember) die wihen nahten (mhd.), die „heiligen (weihen) Nächte” herannahen, die zwölf Nächte, in denen beispielsweise Wodans wütendes Heer oder die Wilde Jagd brausten.

Es ist die Zeit nach der Wintersonnenwende, in der das Jahr seine dunkelste Jahreszeit erlebt, ab der die Tageslänge aber wieder zunimmt. Die Sonne wird gleichsam wiedergeboren, um im Frühling gleiche Länge wie die Dunkelheit zu erlangen und den Winter für das Jahr endgültig zu besiegen, ehe sie in schier endlosem Zyklus nach der Sommersonnenwende allmählich abstirbt, um aufs Neue wiedergeboren zu werden.

Schokoladen-Weihnachtsmänner

Schokoladen-Weihnachtsmänner
Die übliche Ausprägung dieser Schokoladen-Hohlkörper geht auf neuzeitliche Werbung zurück. Siehe Weihnachtsmann.
 
Solche sterbenden und wieder auferstehenden Sonnengottheiten sind sehr verbreitet. In den Jahrhunderten zu Beginn der christlichen Zeitrechnung war im römischen Imperium der Kult des iranischen Sonnengottes Mithras sehr verbreitet. Dessen Mysterienkult ähnelte in vielen Zügen dem Christentum, Mithras war eine Erlösergottheit, zu dessen Kult Bestandteile wie Abendmahl, Taufe und anderes gehörten. Als Geburtstag des Mithras galt der 25. Dezember und im Jahre 354 wurde der Termin des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember gelegt.
Wann Jesus genau geboren ist, darüber streiten bis auf Weiteres die Geister. Sofern überhaupt von einenm historischen Jesus ausgegangen wird, sucht man seinen Geburtstag mittels des „Sterns von Bethlehem” zu ermitteln, indem man nach einem Himmelskörper sucht, dessen Bahn sich mit den biblischen Angaben deckt. Zum Leid der Einen, zur Freude der Anderen liefern aber auch die exakten astronomischen Berechnungen mangels sicherer Grundlage verschiedene Ergebnisse.

Das Weihnachtsfest wurde nun zur Freude über die Geburt des Erlösers Jesus Christus durch die Jungfrau Maria am Vorabend (Heiligabend) gefeiert.

Der Termin des Weihnachtsfests war bis ins Mittelalter hinein gleich dem Jahresbeginn, die Festlichkeiten wiesen teilweise noch Züge der heidnischen Saturnalien auf. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 wurden Weihnachtsfest und Neujahr wieder getrennte Anlässe. (LAMER, 804)

 

Weihnachten spielt in Bauernregeln als Wetterlostag seine Rolle, dazu siehen den Artikel Weihnachtswetter.

 

Wer in der Weihnachtszeit Hering ißt, den sollen das ganze Jahr über Wohlstand und Glück begleiten. (WEHR, 112)

In der ganzen Ukermark riet man, während der Zwölften, besonders aber zu Weihnachten, solle man grünen Kohl, einen Schweinskopf und Lungenwurst essen. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 161)

Am ersten Weihnachtstag oder Neujahr fütterte man im Samland all sein Vieh frühmorgens mit ungedroschenem Getreide oder Körnern aller Art. Das sollte die Fruchtbarkeit des Viehs fördern. (FRISCHBIER 130)

 

„In Berlin gehen auf dem Weihnachtsmarkt Knaben umher, welche sogenannte Waldteufel feil bieten; dies sind unten offene Pappcylinder, welche oben mit einigen Pferdehaaren an einem hölzernen Stiel befestigt sind und wenn sie geschwungen werden, einen brummenden Ton von sich geben. Auch Holzknarren und Papierfahnen werden um diese Zeit verkauft.” (KUHN u. SCHWARTZ, C. 134)

„wer unter der frühpredigt des ersten weihnachtstages geboren wird, kann geister sehen.” (GRIMM, A. 880)

In Bielefeld sagte man: „weihnachten zwischen XI und XII wird das wasser wein, und das vieh steht auf; wer es aber untersuchen will, erblindet, ertaubt oder ist ein kind des todes.” (GRIMM, A. 792)