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| Der menschliche Körper | |
Dieser dritte Finger (der Daumen zählt extra) ist, wie der Name besagt, derjenige Finger, der bei Verlobten und Verheirateten den Ring trägt. Der Verlobungsring wird am Ringfinger der linken, der Ehering am Ringfinger der rechten Hand getragen.
Bei der Hochzeit wird der Trauring heute gleich auf den Ringfinger gesteckt. Bis ins 16. Jahrhundert war es dagegen Brauch, daß der Bräutigam den Ring zunächst unter den Worten Im Namen des Vaters auf den Daumen schob, dann Im Namen des Sohnes sprechend den Ring auf den Zeigefinger steckte. Weiter ging es mit den Worten Und des Heiligen Geistes, bei denen der Ring auf dem Mittelfinger landete, ehe er bei einem Amen seinen Platz auf dem Ringfinger fand. (BRASCH, 44)
Daß Ringe üblicherweise an diesem Finger getragen haben, mag mit jener überholten anatomnischen Vorstellung von einer Leitung zum Herzen zusammenhängen. Eher praktische Gründe könnten sein, daß ein Ring an diesem dritten Finger am wenigsten stört und daß er dort bei den allermeisten Finger- und Handhaltungen sichtbar ist. Eine weitere Vorteil des Ringtragens am Ringfinger ist, daß dieser Finger anders als die anderen nicht leicht frei abgespreitzt werden kann und meist etwas gebeugt ist. Ein Ring an ihm wird daher weniger leicht verloren. (BRASCH, 43f.)
Henrik Ranzau gibt seinen Söhnen folgenden Rat: ,Am Ringfinger der linken Hand solltet ihr Ringe mit Smaragden, Saphiren oder roten Edelsteinen tragen.’ (in: Sechstes und siebentes Buch Mosis, 198)
Ein am linken Ringfinger getragener, mit dem Symbol eines Planeten oder einem Monatsstein versehener Ring soll Herz und Seele seines Trägers verknüpfen und ihn über alle Maßen empfindsam machen (MALA, 100).
Im Altertum nahmen griechische und römische Mediziner an, vom Herzen führe eine Ader bzw. ein Nerv direkt zum Ringfinger. Mit diesem heilenden Finger rührten Ärzte Heilmittel an — man meinte, die direkte Leitung vom Finger zum Herzen mache sie sofort auf mögliche Gifte in der Mixtur aufmerksam. (BRASCH, 43)