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lat. Cornu copiae. Ein wunderbares Horn, aus dem unablässig Nahrung fließt. Füllhörner sind häufig Attribute von Fruchtbarkeitsgottheiten, etwa der gallischen Nantosuelta oder der Epona. Die Griechen kannten das Horn der Ziege Amaltheia, aus dem die Götternahrung Ambrosia quillt, bei den Germanen ist es die Ziege Heidrun, aus deren Horn in Walhalla der Met für die Einherier strömt.
Auch der römische Gartengott Vertumnus oder die Göttin des Überflusses Abundantia halten in der rechten Hand ein solches Füllhorn.
Auf Rügen verehrten die Slawen den Svantevit, dessen Füllhorn alljährlich zur Erntezeit gefüllt wird.
Die Idee des Füllhorns soll ein Relikt alter Stierkulte sein, wie man sie im alten Kreta und Ägypten (Apis) kannte. Nebst den Hörnern der Stiere billigte man dann auch den Hörnern anderer Tiere (z. B. der Ziege) besondere Kräfte zu.
Einem Füllhorn ähnlich wirkt der aus dem Nibelungenlied bekannte Nibelungenhort, ein niemals versiegender Schatz, den Siegfried von den albischen Nibelungen gewann.