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 Allmende
 
 

Furche, Einfurchung

Ein mindestens bis in etruskische Zeit zurückreichender Brauch ist es, um neugegründete Städte eine Furche zu ziehen, etwa mit einem Pflug. So handelte Romulus bei der Gründung der Stadt Rom. Die Furche sollte allerlei Übel durch finstere Mächte abwehren (GRIMM, II, 957f.).

Grimm erwähnt zu diesem Thema weiter, daß bei verschiedenen Anlässen ein Wagen zerteilt wurde, durch die Mitte wurde eine Leichenbahre getragen, gefolgt von einer Schwangeren. Über andere hinüberzuschreiten gilt für ebenso verhängnisvoll wie das schlüpfen unter einer Wagendeichsel hindurch (ebd., 958). Ähnlich soll man nicht unter einer Leiter hindurchgehen.

In der germanischen Sage pflügte die Gefjon (oder Freya bzw. Nerthus) bei der Landgewinnung der Asen die Insel Seeland vom Festland ab.

Zeichen Furka
Das Zeichen Furka
 
Die Furche soll ein altes Symbol für das weibliche Geschlecht. So bedeute der Name des Tierkreiszeichens Jungfrau ursprünglich „Furche” (WALKER, 286).

Das Furchenziehen (Pflügen) dient nicht allein praktisch der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, es war vielfach symbolischer Nachvollzug der Vereinigung von Mann und Frau. In ganz Europa gab es alljährliche Zeromien zur Reinigung von Dörfern oder Gehöften, bei denen eine Furche um die Orte gezogen wurde. In Rußland gab es noch Anfang des 20. Jahrhunderts den Brauch, neun Jungfrauen und drei Alte eine solche Furche ziehen lassen. Die drei Alten verkörperten dabei die Schicksalsschwestern Zorya (WALKER, 286).