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| Religion und Kultus | |
-- in Vorber. --
Die persönliche Ansprache an die Gottheit oder das Staatsgebet als öffentliches Zeremoniell.
Während die im Christentum weithin übliche Haltung beim Gebet Demut ausdrückt (auf Knien, mit gefalteten Händen), stand der antike Grieche seiner Gottheit aufrecht gegenüber und blickte dem Götterbild ins Angesicht.
Vielfach sind Gebete mit Opferhandlungen verbunden. Darin zeigt sich eine äußerliche Ähnlichkeit zum magischen Ritual.
wer immer betet, sich aber etwas darauf einbildet, der betet sich durch den Himmel und muß jenseits die gänse hüten
(GRIMM, A. 997)
Ein böswilig eingesetztes, höchst unchristliches Gebet ist das Verbeten zum Schaden des Anderen. An drei Sonntagen hintereinander sollen dabei Lieder und ein Fluchpsalm gebetet werden, woraufhin man eine Kleinigkeit auf dem Altar opfert. Der Psalm soll dabei rückwärts gelesen werden, wobei nach jedem Vers der Name dessen genannt wird, dem auf diese Weise Krankheit oder gar der Tod geschickt werden, sofern nicht jemand den Verbetenden durch Anrede unterbrochen wird (v. TETTAU u. TAMME, 267, n. FRISCHBIER, 4).