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-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --
Schon in der Frühzeit menschlicher Zivilisation löste das Geld die Tauschwirtschaft mit Naturalien ab. Die Vorteile des Münzgeldes gegenüber dem Naturalgeld waren und sind sein leichter Transport (z. B. um Vergleich mit Ziegen) und seine universelle Einsatzmöglichkeit.
Um dieses Zahlungsmittelrankt sich wegen seiner existenziellen Bedeutung reicher Aberglaube.
Als erste sollen die Lydier Münzen geprägt haben — laut Herodot war dieses der Not geschuldet, die zahlreichen Tempelhuren zu entlohnen. Diese konnten mit den sonst üblichen Tauschwaren wohl nur wenig anfangen, so daß ein flexibles Zahlungsmittel erforderlich wurde.
Lykurgos, der sagenhafte Gesetzgeber Spartas, soll erstmals Geld aus Eisen machen lassen haben. Pythagoras werden dazu die Worte zugeschrieben: Ehret Lykurg, denn er ächtete das Gold, die Ursache aller Verbrechen!
Die ersten jüdischen Münzen soll der Hohepriester Simon geschlagen haben. (1. Makk. 15,6)
Wasser, in das Goldstücke eingelegt waren, soll gegen Gelbsucht helfen. (WEHR, 166)
Bekannt ist die Sitte, in Brunnen kleine Geldstücke zu werfen. Dieses soll der Erfüllung von Wünschen förderlich sein (WEHR, 166), es heißt auch, man gelobe damit, zum Ort dieses Brunnens zurückzukehren.
Von Fischen träumen bedeutet Geld (KUHN u. SCHWARTZ, C. 473) Ebenso soll es Geld bedeuten, wenn man von wenigen Läusen träumt. (ebd., C. 472)
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: wer viel geld hat einzunehmen, soll kreide hin zu legen, so können böse leute nichts davon wieder holen. (GRIMM, A. 5) Man mache sich auch die bannende Wirkung von Wasser und Salz zunutze: wäscht man sein geld in reinem wasser und legt salz und brot hinzu, so können der drache und böse leute es nicht holen. (GRIMM, A. 6)
Juckt einem die linke Hand, so wird man Geld einnehmen, juckt die Rechte, so gibt man es aus. (handschriftl. aus Stendal, KUHN u. SCHWARTZ, C. 469)
wer im neumond sein geld zählt, hat nie mangel daran&148; (GRIMM, A. 219, 441).
In Stendal und Rauen bei Fürstenwalde empfahl man: Neujahrstag muß man Hirse essen oder Häring, so hat man das ganze Jahr über Geld. Andere essen auch neunerlei (oder siebenerlei) Gerichte, wobei aber Mohnstriezeln sein müssen. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 145)
Ein Aberglaube aus dem Württembergischen besagt: wer frühlings den kukuk zuerst schreien hört, und unbeschrien in seinem gelde rüttelt, dem geht das geld niemals aus. (GRIMM, A. 609) Man sagte auch, wer im Frühjahr zuerst junge Gänse sieht und dabei Geld in der Tasche hat, der werde das ganze Jahr Glück haben. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 127)
In Pforzheim sagte man: wer charfreitag linsen ißt, dem geht das jahr über sein geld nicht aus. (GRIMM, A. 586)
Weiter sagte man dort, wer Geld vergrabe, der müsse nach seinem Tod so lange umgehen, bis es gefunden wird. (ebd., A. 606)
wer will werden reich, schneide das brot fein gleich. (Chemnitzer Rockenphilosophie, n. GRIMM, A. 38)
Schon frühzeitig könne man die Neigung eines Kindes zum Gelde erkennen:
Mancherorts glaubt man, den zukünftigen Beruf eines Kindes daraus zu erfahren, daß man vor das Kind an seinem ersten Geburtstage verschiedene Gegenstände hinlegt; welchen es dann wählt, der Gegenstand deutet auf seinen zukünftigen Beruf. Zum Beispiel, es ist ein Schnapsglas, ein Gebetbuch, ein Geldstück vor ihm hingelegt worden, dann wird es ein Säufer, greift es nach dem Schnapsglas, ein Geistlicher, greift es nach dem Gebetbuch, und wohlhabend, greift es nach dem Geldstück. (Magisch-sympathethischer Hausschatz, 126)
Weiße Geister stammen von Menschen, die vor ihrem Tode Geld vergraben haben und zwischen Himmel und Erde schweben müssen — sagte man in Pforzheim. (GRIMM, A. 588)
Wer an einer Wegkreuzung während des Meßläutens dreißig Münzen in einem Kreis legt und diese vorwärts und rückwärts zählt, bekommt vom Teufel eine Einunddreißigste hinzu. Die so gewonnene Münze brütet jede Nacht eine ähnliche aus. (Handwörterbuch d. dt. Abergl. VI, 627)
wer will werden reich, schneide das brot fein gleich. (Chemnitzer Rockenphilosophie, n. GRIMM, A. 38)
wer im holze arbeitet, wird nicht reich. (Chemnitzer Rockenphilosophie, n. GRIMM, A. 46)
Der Begriff pekuniär für etwas das Geld Betreffendes stammt aus dem Lateinischen und kommt vom Wort pecunia, welches Geld bedeutet und von pecus, Vieh, abgeleitet ist. Bevor eigentliches Geld in Form von Metallstücken, Münzen u. dgl. in Umlauf kam, tauschte man nämlich vielfach Vieh gegen Waren ein.