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| Künste, Gewerke und Gerät | |
Die Kunst, mittels eines Fadens Stoffe oder Leder so zusammenzufügen, daß daraus ein sinnvoller Gegenstand entsteht.
- in sammelnder Vorbereitung -
Nach den Fabulae des HYGINUS soll die Nähnadel von einer Frau namens Belone erfunden worden sein, welche im Griechischen daher nach ihr benannt ist. (HEDERICH, Sp. 541)
Nicht jeder Tag eigne sich zum Nähen, besonders vor Himmelfahrt wird gewarnt: auf himmelfahrt soll man weder nähen noch flicken, sonst ziehen dem, der das genähte am leibe trägt, die gewitter nach, heißt es in der Chemnitzer Rockenphilosophie (GRIMM, A. 42) Im Ansbachschen mahnte man: ins haus wo auf himmelfahrt genäht, oder auch nur eine nadel eingefädelt wird, schlägt das gewitter. (GRIMM, A. 703)
Ein Aberglaube riet, niemals Nadeln an Personen zu verleihen, welche der Hexerei verdächtigt wurden. So könne man sich vor Hexenzauber schützen. (PICKERING, 271)
In der Gegend von Friesoythe bis Zwischenahn im Oldenburgischen hieß es, in den Zwölfen dürfe man nicht nähen. Mußte es doch sein, ging man zum Nachbarn. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 152)
etwas am leibe flicken ist nicht gut, heißt es in der Chemnitzer Rockenphilosophie (GRIMM, A. 42)