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| Essen und Trinken | |
Ein alkoholisches Getränk aus Getreide (Gerste, Weizen), Hopfen, Hefe und Wasser. Die Wertschätzung des Bieres genießt lange Tradition, rühmende Worte sind flüssiges Brot oder flüssiges Gold.
Das Getränk findet schon auf mesopotamischen Schrifttafeln aus dem 4. Jt. v. Erwähnung. Vermutet wird eine zufällige Entdeckung beim Brotbacken, als versehentlich Korn zu gären begann. Später soll man dan Brot in Wasser vergoren haben, ehe allmählich die eigentliche Braukunst entwickelt wurde. Das erste Bier soll in Uruk gebraut worden sein.
Der Antike galt der Dionysos nicht allein als Gott des Weinbaus. Wo das Klima zu rauh für empfindliche Reben war, führte dieser Segenspender die Menschen in die hohe Kunst ein, Bier zu brauen.
In der nordischen Mythologie brauten aus dem Blut des erschlagenen Kvasir einige Dvergr (nord. Zwerge) den Met Odrörir. Wer davon trinkt, wird ein Weiser und Dichter.
Gut hatten es die Asen beim Meeriesen Oegier — der hatten den von Thor geholten Braukessel erhalten und braute nun den Asen das Bier, das sich von alleine auftrug (Oegisdrecka, n. STANGE, 81).
Über die Bezeichnungen des Bieres bei verschiedenen Völkern gibt die Edda ebenfalls Auskunft. Hier befragt Thor den weisen Dvergr Alwis:
Thor:
Sage mir, Alwis -
von allen Weltreichen
weißt, Zwerg, du wohl -,
wie man das Bier heißt,
das da brauen die Menschen,
bei den Bewohnern jeder Welt!
Alwis:
Bier bei den Menschen,
Bräu bei den Wanen,
Äl im Asenreich,
Heiltrank bei den Alben,
bei Hel aber Met,
Rauschtrank im Riesenland.
(n. GENZMER, 117f.)
Handwerkszeichen der Brauer und Mälzer |
Im Aberglauben heißt es, menstruierende Frauen sollten keine Brauerei betreten, da sonst das Bier umschlage (Der vollkommene Bierbrauer (1784), 158; SCHRÖDTER, 60).
Das Sechste und siebente Buch Mosis rät zu einer Mischung aus Bier, Honig und fein gepulvertem Kristallinglas, was einen heilsamen Trank ergebe (BAUER, 198).
Im Saalfeldischen meinte man: wer neujahrstag zum bier geht, verjüngt sich und wird roth. (GRIMM, A. 527)
Die Chemnitzer Rockenphilosophie erteilt den Ratschlag: wer aus mitten in einem ameisenhaufen gewachsener birke einen hölzernen schlauch oder hahn drehen läßt, und zapft wein oder bier hindurch, der wird geschwind ausschenken. (GRIMM, A. 98) Auch heißt es dort: wer die erste kanne bier aus dem faß bekommt, soll geschwind fort laufen; so geht dies bier bald ab. (A. 164)
Ein Liebeszaubertrank: Hirschbrunst oder Hirschtrüffel in Bier eingegeben wirkt Wollust erweckend und führt den Begehrten herbei, sagte man im Samland. (FRISCHBIER, 160)
Queen Victoria von England meinte: Gebt meinem Volk reichlich gutes, billiges Bier, und es wird keine Revolution machen.
Eine Bauernregel zum Gedeihen eines der Grundstoffe des Bieres, den Hopfen, sagt für den Bartholomäustag am 24. August:
Der Barthelmann bringt dem Hopfen die Dolden an.
Christliche Schutzpatrone der Bierbrauer sind die Heiligen Adrianus, Arnulf, Arnulf von Metz Augustinus, Bonifatius, Dorothea, Florian, Laurentius, Medardus, Nikolaus von Myra und Veit.
´Tag des deutschen Bieres ist der 23. April. Am 23. April 1516 wurde das bayerische Reinheitsgebot für Bier verkündet.
Früher war der heute als jüdisches Zeichen bekannte Sechsstern (Davidstern, Hexagramm) Symbol für das Bierbrauen. Die sechs Zacken symbolisierten für die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. (LINK)