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 Künste und Gewerke
 
 

Dichter und Dichtkunst, Sänger

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Erstaunlich ist, wie aus dem Dunkel der Vorzeit plötzlich gewaltige literarische Werke entstanden, ob nun die vedische Literatur Indiens, das Gilgamesch-Epos oder die Griechen Homer und Hesiod. Wie auch die phantastischen Bauleistungen der Alten Bewunderung verdienen, erstaunt die kaum entwirrbare Komplexität antiker Dichtkunst.

Als Erklärung gaben alte Dichter an, göttliche Wesen hätten ihnen selbst das Wissen überbracht. Auch die heiligen Schriften der Religionen stammen von der jeweiligen Gottheit selbst, die sie einem Propheten persönlich oder über einen Mittler (Engel) diktiert habe. Ähnlich verhält es sich, wenn der Grieche HESIOD bekräftigte, er habe seine Dichtkunst von den göttlichen Musen erhalten (Theogonie, 1-34).

Auch andere griechische Dichter, etwa Pindar, dankten den göttlichen Musen für ihre Gabe. Als größter griechischer Sänger galt der sagenhafte Orpheus, der berühmteste ist Homer.

 

Nach germanischer Vorstellung geht die Dichtkunst von Wuotan aus. Weiter nördlich ist der vergöttlichte Bragi, Sohn Odins, dem Beschützer der Skaldendichtung.
Die Gabe von Dichtung und Weisheit verdankten die Asen ihrerseits dem Skaldenmet — jener „Skaldenmet” hingegen, den Odin „nach hinten” ausschied, ist der dürftigen Poeten kotiger Trunk (Skaldskaparmal, 58).
Der Asengott Odin trifft sich gern mit der personizierten Heldendichtung, der nordischen Göttin Saga.

 

Die Kraft des Wortes soll überhaupt enorm sein. Im Anfang war laut dem Evangelium des Johannes das Wort und das Wort war eins mit dem Gott (Johannes, 1,1), der allein die Schöpfung vollbrachte.
Der ausgesprochene Fluch ist eine schadenbringender Form der Dichtung.
Die kräftigende und gemeinschaftsstiftende Wirkung des Gesangs kennen Soldaten, Gottesdienstbesucher und Fußballfans.
Siehe auch Name.

 

Zur Dichtkunst der Troubadoure schrieb OTTO RAHN: „Dichten und Beten sollten eins sein. In Romanien war das der Fall, denn die Romanen wußten noch, daß Dichter- und Prophetengabe, die wir heute Intuition und Inspiration nennen, identisch sind.” (Kreuzzug gegen den Gral, 64)

siehe auch Gesang und „Gottheiten der Dichtung”

 

Christliche Schutzpatrone der Dichter sind Cäcilia, David, Gregor von Nazianz der Jüngere und Prosper Tiro von Aquitanien. Schutzpatron speziell der irischen Dichter ist der heilige Kolumban.

 

Mythischer Erfinder der bukolischen Dichtung ist Daphnis, ein Hirte in Sizilien.

 

Im Aberglauben heißt es:

„zu einem ungetauften kind soll kein fremder eingehen; wäre er nicht dicht (geheuer), so vergienge der mutter die milch” (GRIMM, III, 461)