| Allmende - Künste und Gewerke | ||
Dieses Musikinstrument wird besonders mit dem Übernatürlichen in Verbindung gebracht, es gilt als bevorzugtes Instrument des Teufels (Teufelsgeiger). Zum Hexensabbat spielt er mit der Geige auf, Tote entsteigen ihren Gräbern und beginnen nach der Musik zu tanzen (Totentanz).
Volkstanz, oft Relikt heidnischer Riten, wurde gern von Geige oder Fidel begleitet, wie auch Lieder von alten Religionen erzählen. Derlei Lustbarkeit war der christlichen Geistlichkeit, die das Festhalten am Heidentum zu bekämpfen trachtet, ein Dorn im Auge; ihre Kunst konnten Virtuosen ihres Instruments nur vom Leibhaftigen selbst erlernt haben.
Gemäß der Genesis stammen die Geiger und Pfeifer von Kain her und sind Halbgeschwister der Schmiede, wie jene allemal verdächtige Zeitgenossen (1. Mose 4,17-22).
Der schwedische Nix Nöck bezaubert mit seinem Geigenspiel.
Der Fiedler ist Bote und Magier, er konnte den Ausgang eines Kampfes entscheidend beeinflussen. Etzel läßt seine beiden Fiedler Werbel und Schwemmel die Einladung an den Hof Gunthers überbringen (Nibelungenlied, 24. Abenteuer).
Als man sich streitet, machen die Nibelungen am Hof des Hunnenkönigs fast alle Hunnen nieder, nachdem Hagen von Tronje erst Werbel, den Fiedler Etzels, am Spiel gehindert hat, indem er ihm die Hand abschlägt und dann sein Fiedler Volker mit magischen Spiel den Ausgang des Saales verschließt (Nibelungenlied, 33. Abenteuer).