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 Künste, Gewerke und Gerät
 
 

Der Pflug

-- Artikel in gemächlicher Sammlung --

Es heißt, der Pflug sei erfunden worden, nachdem im silbernem Zeitalter die Landwirtschaft erforderlich wurde.

Pflug und Ochsengespann soll Dionysos erfunden und die Menschen gelehrt haben.

Weil der Heilige Isidor (1070 bis 1130) nicht während des Gottesdienstes pflügen wollte, sprangen Engel ein und führten für ihn den Pflug.
Andere Heilige spannten selbst die verschiedensten Tiere vor den Pflug, St. Gentius einen Ochsen und einen Wolf, St. Kontigern einen Wolf und einen Hirsch, St. Jakob von Tarentaise Bären. (BIEDERMANN, 339)

Auch im Gottesurteil war der Pflug bedeutsam. Die Kaiserin Kunigunde stand unter dem Verdacht des Ehebruchs. Daß Kunigunde unverletzt über glühende Pflugscharen schreiten konnte, bewies ihrem Gemahl Heinrich II. Kunigundes Unschuld. (ebd.)

Im Kaukasus kannte man bei den Pshaws und Chesurs die Zeremonie des Regenpflügens. Dabei spannten sich die Mädchen vor einen Pflug und zogen ihn, bis zur Hüfte im Wasser watend, durch einen Fluß, um damit bei Dürre Regen zu machen. Ähnliche Riten sind auch aus Armenien und Georgien bekannt. (FRAZER, 102)